Ganz unten

Wenn man nicht nach draußen gehen darf, heißt das ja nicht, dass das Draußen nicht zu einem kommt. Und wenn man nichts isst, heißt das nicht, dass einem nichts auf den Magen schlägt.

Damit mir nicht langweilig wird bei der Quarantäne arbeite ich. Auch weil ich Geld brauche und auch, weil‘s manchmal Spaß macht. Spaß macht’s, wenn ich drei Tage Zeit habe, mich in eine Sache reinzufuchsen und dann auch was Richtiges dazu sagen kann. Freude macht’s, wenn Leute von der Arbeit meinen, dass ich meine Sache gut gemacht habe. Aber richtig Ärger macht’s, wenn der, für den es bestimmt ist, nur einen schiefen Blick drauf wirft, während er sich mit anderen unterhält und dann alles anders haben will. Im Homeoffice ist dann keine Kollegin da, bei der man sich ausheulen kann, und gegen die Wand treten sollte ich mit meinen Füßen nicht mehr. Aber was hilft, ist einmal unter den Tisch zu schauen, den Glastisch mit dem Kabelgewusel drauf. Da sieht die ganze Arbeit auf einmal ganz anders aus. Hey, denk ich, das sieht ja aus wie die Experimente aus der Foto AG in der Schule. Die ganzen zufällig zusammengetragenen Sachen auf eine Platte und dann Licht drauf. Jetzt nur positiv statt negativ. iPad geholt, ein bisschen rumgeschoben, aus Versehen das Gesicht in die Linse gehalten. Gefällt mir. Fünf Minuten Künstler sein statt Bürohengst und schon gehts mir besser.

4 Gedanken zu “Ganz unten

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