Lässliche Lügen

Pfingsten ist ja der Tag, an dem die Jünger Jesu lernen, in fremden Sprachen zu sprechen und hinausziehen in die Welt, um die frohe Botschaft zu verkünden. Die Frohe Botschaft für dieses Pfingsten in Berlin heißt: „Die Außengastronomie ist geöffnet.“ Aber der Geist dieser Botschaft hat sich noch nicht bei allen herumgesprochen. Auf jeden Fall nicht sonntagmorgens um 11 in der Wasserstadt Spandau in einem menschenleeren Café an einem menschenleeren Platz. „Haben Sie einen negativen Test?“ fragt mich die türkische Verkäuferin. „Nicht dabei“, lüge ich. „Oder einen Impfausweis?, bohrt die Verkäuferin weiter. „Zu Hause“, lächle ich, und schlage mir suchend auf die Taschen meiner Jacke. Herrgott, ich will nichts weiter, als mich mit meinem Freund an einen Alutische setzen, die verheißungsvoll auf dem Platz aufgebaut sind, um die ersten 10 Kilometer unserer Radtour zu feiern. Aber nichts zu machen. Mit einem trostlosen Pappbecher müssen wir uns auf die kalten Stufen setzen wie das Gesetz es befiehlt und den mit leeren Augen vorbeihuschenden Bewohnern dieser Neubauödnis hinterherschauen. Nächster Versuch eine Stunde später in Kladow, dem kleinen Hafenort am Wannsee, an dem sich die Ausflügler sonst auf den Füßen stehen. Auch hier ist kaum was los. Leere Biergärten, gelangweilte Bedienungen. Aber der Hl. Geist hat mittlerweile sein Wunder gewirkt. Denn die junge Kassiererin versteht meine Sprache als ich zwei Radler mit Bratwurst ordere. „Und wir tun jetzt mal so, als hätte ich sie gefragt, ob sie einen negativen Coronatest haben und sie hätten ja gesagt.“, leiert sie professionell herunter. Ich bin katholisch getauft und kenne den Unterschied zwischen einer lässlichen Sünde und einer Todsünde. Ich erinnere mich an meinen alten Beichtvater und schätze den Preis für die Vergebung meines falschen Zeugnisses auf drei Vaterunser und drei Ave Maria, unterschreibe meinen Anmeldezettel und sitze ein paar Minuten später hinter einem echten Bierglas auf einer echten Bierbank. Die Sonne geht auf über dem Wannsee. Halleluja! Wir umrunden den Sacrower See, fahren zurück Richtung Spandau um genau zur Kaffee-und-Kuchenzeit ein altes Backsteinhäuschen unter strahlend blühenden Kastanien zu finden. So mag ich das Leben. Die Besitzerin tritt heraus und heißt uns willkommen. Aber da gibt es wieder das kleine Problem. „Sie können jetzt gleich bei mir einen Test machen, der ist dann aber kostenpflichtig.“, bietet sie mir an. Mittlerweile geschult in den Spitzfindigkeiten, die heute von uns gefordert werden, deute ich auf eine romantische Holzbank mit zwei gemütlichen Kissen, die vor dem Anwesen in der Sonne steht. Dort würde doch sicher kein Test erforderlich sein…. Nie war der Apfelkuchen so köstlich wie heute.

Morgen will ich mit meiner Tochter zum Spargelessen nach Brandenburg. Ich rufe beim Spargelhof an und stelle die Fragen aller Fragen. „Also ich werd nicht nachschauen, ob sie einen Test dabei haben, sagt der Spargelbauer, aber wenn sie noch was bei sich rumliegen haben, vom letzten Friseur oder so, können sie das ja mitbringen.“ Ich will mich ja nicht dauerhaft durchmogeln. Außerdem habe ich in meiner Tochter eine Begleiterin, die gnadenloser ist als jedes Gesundheitsamt. Ohne Test würde sie erst gar nicht mit mir losfahren. Meine nächste Teststation ist im Café LaLa (heißt wirklich so) um die Ecke. Dort war lange gar nichts, aber jetzt sitzen wieder die gelangweilten Jungs mit den gegelten Frisuren draußen, rauchen Shisha und gucken Fußball. Und die gleichen Jungs erwarten mich im Testraum, der in einem Nebenzimmers des Cafés eingerichtet ist. Unbeholfen sind die Schnapsregale mit Alufolie abgehängt, mit Spanischen Wänden sind Testkabinen eingerichtet und einer der Kerle hat sogar irgendwo einen ungebügelten Arztkittel aufgetrieben, der ihn als Amtsperson erscheinen lässt. Ich muss an Afrika denken, den Grenzübertritt von Sambia nach Simbawe und an den Grenzer mit Badelatschen, der als Ausweis seiner Amtsmacht eine neonfarbene Rettungsweste trug. Damit war er der Chef. Der Weddinger Junge fragt mich allen Ernstes, ob ich mit seinem Service zufrieden sei, nachdem er mir mit seinem Wattestäbchen ein bisschen an der Nase gekitzelt hat. Es sei ihnen wichtig, dass diese Einrichtung akzeptiert werde. Ich bekomme Wartenummer 201 und darf eine Runde um den Block laufen, bis die Ergebnisse da sind. Als ich zurückkomme wird von einem jungen Mann die Nummer 102 ausgerufen. Eine Gruppe Teenager, die sich mittlerweile draußen versammelt hat schaut auf ihre Zettel, die alle 200er Nummern haben. Einer lacht und geht zu seinem Landsmann: „Du musst die Zahlen andersrum lesen. Das heißt zweihunderteins.“ So komme ich zu meinem Zertifikat, das mir für morgen alle Türen öffnet, ordentlich abgestempelt und natürlich negativ.

Windhunde

Ist das jetzt die Zeit, in der man gute Freunde haben muss, Freunde die einem ein Angebot machen, das man nicht ablehnen kann? Muss man einfach Glück haben? Oder ist es eine Zeit, in der alte Tugenden sich bewähren und belohnt werden?

Eigentlich war ich in die Bäckerei gegangen, um mir was zu gönnen. Ein Stück frischen Erdbeerkuchen, mit Sahne, wenns geht. Es ist ja die Zeit dafür und ich hatte was zu feiern. Aber dann sah ich das Lachsbrötchen, das an den Rändern schon ein bisschen dunkel geworden war, und es tat mir leid. Bestimmt würde es wegegeworfen, wenn ich es nicht kaufte. Die frischen Erdbeeren hatte sicher viel bessere Chancen, bis zum Ende des Tages einen Käufer abzukriegen. Und so siegte Herz über Bauch und ich wechselte von Frucht zu Fisch. Mein Magen macht so was mit. Denn das passiert mir ständig. „Auch die Dinge haben Tränen“ soll ein römischer Philosoph mal gesagt haben, und das stimmt. „Nimm mich mit“, rufen sie, die Ausgestoßenen unserer Konsumgesellschaft. Und ich höre sie. So gehe ich meist abends zum Bäcker, um eins der Brote zu retten, die sonst gnadenlos aus den Regalen geräumt würden, um als Viehfutter zu enden. Im Bio-Laden gibt es sogar noch das Schild „Vom Vortag“, das meine Kaufentscheidung entscheidend beeinflußt. Und die frische Milch mit dem roten Aufkleber „MHD abgelaufen“ kann meiner Aufmerksamkeit sicher sein. Wenn sie sauer wird, steige ich damit in die Dickmilchproduktion ein. Wenn sie nicht homogenisiert ist, geht das. So weit, so schön, so altbacken.

Was aber, wenn das Produkt, das zu verderben droht eins ist, das viele andere nötiger brauchen als ich? Was ist, wenn ich plötzlich mittags einen Anruf von einem Kollegen bekomme: „Im Humboldtkrankenhaus gibt es noch drei Dosen Astra-Zeneca, die heute Abend verfallen.“? Rufe ich dann die alten und siechen unter meinen Freunden an, die allerlei Vorerkrankungen haben, oder meine Tochter, die in der Obdachlosenhilfe jobbt? Nein, tue ich nicht. Ich rufe im Krankenhaus an, überzeuge den Arzt, dass ich der Richtige für seine Resteverwertung bin, melde mich von der Arbeit ab, völlig selbstverständlich, als wäre mir ein Glück widerfahren, das alle dienstlichen Notwendigkeiten in den Hintergrund treten lässt und schwinge mich auf‘s Rad. „Die Krankheit bringt dich an Orte, an die dein Kopf dich nie gebracht hätte.“ Wieder so ein wahrer Spruch, diesmal von meinem Therapeuten. Aber ich bin nicht krank, noch nicht, aber zwei Wochen Quarantäne haben mir als Warnschuss gereicht. Und eine Gier setzt bei mir ein, ein Jagdtrieb, den ich sonst nur kenne, wenn es Werbegeschenke gib. „Es gibt etwas, und es gibt es nur heute und nicht für alle.“ Ich muss es haben.

Wäre mein Kopf noch einigermaßen in Ordnung gewesen, hätte er mich vor einer Fahrt nach Reineckendorf gewarnt. Allein um mein Auge vor den Schmerzen zu schützen, denen ich es aussetzte. Und mein Herz davor zu bewahren, alle Hoffnung fahren zu lassen. Berlin an seinen Rändern kann trister sein als Ludwigshafen oder jede andere westdeutsche Stadt, die ihre Blüte mal in den 70er Jahren hatte. Das Krankenhaus am Rande der Stadt liegt am „Nordgraben 2“ und so sieht es auch aus. Zweistöckige Pavillons aus Beton, abgeblättert und über ein großes Areal verteilt. Die Cafeteria ist geschlossen und der Geldautomat am Eingang war mal gut gemeint, ist aber wohl schon lange kaputt. Der Weg zur Station wird von einer Baustelle versperrt. Der Arzt trägt eine iC Berlin-Brille in wässrigem milchkaffebraun, wie sie vor 10 Jahren mal modern war und um mich herum sitzen alte Leutchen, die auf eine Krebstherapie warten. Ich hatte ganz vergessen, wie still es in einem Krankenhaus sein kann. Willkommen im deutschen Gesundheitssystem.

Die erlösende Spritze ist in meinem Arm und in meinem Impfpass steht ein zweiter Termin Anfang August. Den Sommer hat mir diese Panikaktion also nicht gerettet, aber ich fühle mich wie Boris Becker, als er vor 20 Jahren in seinen Computer grinste und nuschelte „Isch bin drin!“ Drin im System, in das es für mich keinen legalen Weg gegeben hätte. Drin als Resteverwerter in einem System, das wertvolle Ressourcen verschwendet, weil es den Überblick verloren hat. Gerne hätte ich meine Priorität abgewartet. Und ich lobe die Weisheit meiner Regierung, dass sie es tatsächlich einige Monate durchgehalten hat, den ersten Impfstoff wirklich an die auszugeben, die es am nötigsten hatten.

Damit ist es jetzt vorbei. Das merke ich, als ich wenige Minuten nach dem Stempel in meinem Impfpass doch wieder an die Freunde und Verwandte denke. Denn noch liegen zwei aufgezogene Spritzen im Zimmer des Arztes. Meine Nachbarn rufe ich an, ein junges Pärchen: „Astra? Nee, das nehmen wir nicht.“ Einen jungen Kollegen: „Du, ich hab da schon einen Termin klar gemacht, bei einem Arzt. Da gibt es bei Twitter immer die neuesten Nachrichten.“ Einen lebenslustigen Freund: „ Ich bin von meinem Arzt schon längst auf der Prioritäts-Liste. Wegen Rauchen“ und so weiter. Zuletzt rufe ich die Mutter meiner Söhne an: „Hör mir auf mit dem Corona-Scheiß, faucht sie am Ende ihrer Nerven. Ständig wedeln mir hier irgendwelche Leute mit ihrem Impfpass vor der Nase rum. Und ich sitzt schon wieder in Quarantäne, weil in der Kita eine geimpfte Erzieherin positiv getestet wurde.“
Inzwischen ist die Kita meines Sohnes endgültig geschlossen. So kommt mein Kleiner mal ein paar Tage zu mir. Wir tun ja alle was wir können – in diesen schwierigen Zeiten.

Unerwarteter Besuch

Katrin kenne ich schon seit über zehn Jahren. Wir haben nie viel miteinander gesprochen, obwohl wir uns jede Woche sehen. Es musste erst Corona kommen, um das Eis zu brechen. Heute stand sie zum ersten Mal vor meiner Tür. Ich hatte mich endlich getraut sie anzurufen, ihr ein kleines Briefchen geschrieben und vor die Tür gelegt, Sie kam sofort, hatte mir was Nettes mitgebracht und lächelte mir zu. Ich winkte ihr aus dem Hausflur, sie winkte zurück. Näher konnten wir einander nicht kommen, aber wir verstanden uns ohne viele Worte. Das war nicht immer so.
Es ist ein seltsames Gefühl, plötzlich von der Welt abgeschnitten zu sein. Erst merkt man nichts, Homeoffice wie gewohnt. Aber irgendwann ist der Kühlschrank leer und man muss anfangen, sich Gedanken zu machen. Und der unangenehmste Gedanke ist: Wen kann ich um Hilfe bitten? Im Haus sind alle einigermaßen nett, aber mehr als ein paar Worte wechsele ich mit niemand. Meine Freunde leben mehr so über die Stadt verstreut. Meine Tochter braucht eine Stunde zu mir und hat ihren ersten Job, auch Homeoffice, aber so einfach kann sie auch nicht weg. Ich mache eine lange Liste und bin erstaunt, was ich alles für eine Woche brauche. Nein: Klopapier ist noch nicht mal dabei, aber ich merke: Das schafft einer ohne Auto nicht. Dann denke ich an Heiko, wir kennen uns über unsere Jungs, treffen uns öfter und der hat ein Lastenrad. Versuch macht kluch. Ich rufe ihn an und er ist so semi begeistert. Hat am Wochenende schon was anderes vor, könnte aber vielleicht am Samstag ganz früh beim Naturkostladen die Sachen abholen, die ich dort bestellen kann. Das geht. Ein bisschen peinlich ist mir das schon. Also überlege ich, wie ich ihm die Sache einfacher machen kann. Einfach weniger essen! Oder noch besser: Einfach gar nichts essen. Eine Woche lang fasten. Mache ich eigentlich ein Mal pro Jahr um Ostern, aber wegen Corona ist ja alles durcheinander. Aber nichts essen heißt nicht, dass ich nichts brauche. Eine Kiste Saft, ein bisschen Gemüse für das dünne Süppchen, dass man zwischendurch essen soll, leckeren Tee, Honig…..
Ich rufe im Laden an, und einer von den wuschelköpfigen Weltverbesserern ist dran, die sich in dem Laden die Klinke in die Hand geben. Woolheaded, woolminded lentilstirrers nannte mein englischer Freund die Sorte. Mürrisch nimmt er Namen und Bestellung auf und als ich nach dem Saft frage, muss er kurz in den Laden rufen. Sie müssen alle rufen und fragen, denn die Chefin in dem Laden ist Katrin. Und nur Kathrin weiß wie man es richtig macht, denn es ist seit 20 Jahren ihr Laden und keine weiß es so gut wie sie. Deswegen hält es auch keiner lange bei ihr aus. Denn selbst der enthusiastischste Müsli-Jünger fragt sich bald, ob er sich der guten Sache wegen diesen Drachen antun muss. Auch die Kundschaft wird gerne mit erlesenster Berliner Patzigkeit begrüßt oder am besten geschäftig ignoriert. Auch ich wurde über die vielen Jahre keines Blickes gewürdigt und mein fröhlicher Gruß blieb meist unerwidert zwischen den Holzregalen stecken.
Doch seit einem Monat hat sich was verändert. Das war, als ich mit den Flugblättern für die neue Bürgerinitiative in den Laden kam. Auf einmal strahlte das süßeste Lächeln in Katrins Gesicht. Ist es, weil ihre neue Freundin Barbara auch bei unserer Ini mitmacht? Sie erwiederte meinen Gruß sogar mit meinem Namen, den sie anscheinend seit Jahren kennt. Und ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich an dem Tag nicht beschwingt aus dem Geschäft geschwebt wäre. Und kaum hörte heute Kathrin meinen Namen, als der umständliche junge Mann laut meine Adresse auf den Bestellblock notierte, riss sie ihm den Hörer aus der Hand und säuselte: „Das bringe ich dir natürlich persönlich vorbei.“ Ich glaube, Kathrin hat Frühlingsgefühle. Oder ihr Laden läuft so schlecht, dass sie für ihre verbliebenen Kunden eine Charmoffensive startet.
In den Umschlag, auf den ich Kathrins Namen geschrieben und in den ich die geforderte Summe gelegt habe, tue ich ich noch ein paar Euro extra. Fürs Bringen. Denn ich möchte sicher sein, dass unsere Beziehung eine geschäftliche bleibt.


Quarantäne mit Aussicht

Hatte ich nicht in meinem letzten Beitrag geschrieben, dass ich keine Lust mehr habe, mich auf den Straßen herumzutreiben? Nun, mein Wunsch ist erhört worden. Heute rief das Gesundheitsamt an. Meine Physiotherapeutin, die noch am Freitag an meiner schlimmen Schulter zugange war, ist positiv getestet worden. Das heißt, ich darf bis zum ersten Mai in den Garten schauen, aber nicht runter gehen. Na, wenn‘s der Pandemiebekämpfung dient… Das heißt auch, dass ich nun schon zum dritten Mal in diesem Jahr wegen Quarantäne meine Jungs für zwei Wochen nicht zu sehen kriege.

Mal sehen, wie mir das bekommt. Ich lass von mir lesen.

Heimatlos

Die Trinker von der „Gemütlichen Ecke“ stehn jetzt auf der Straße. Sie sind ihrer Kneipe treu, den ganzen Winter schon. Nur eben draußen. Ihr Bier holen sie sich von Jashims Tante Emma Laden. Da gehe ich auch gerade hin mit meinem Leergut von der letzten Woche, neues Bier holen. Eigentlich könnt ich mich dazustellen, denn jetzt ist es schön warm und sonnig. Aber ich will nicht mehr auf der Straße rumtreiben wie ein räudiger Köter. Ich will heim. Zu Mittag war ich im Fleischerimbiss, da gab’s ne gute Suppe. Aber keine Teller. In einen Pappbecher haben sie die gefüllt, wie Kaffee und damit musste ich dann raus auf die Straße. Hab mir einen Verteilerkasten von der Post gesucht und mein Süppchen draufgestellt. Schauen einen die Leute schon komisch an, wenn man da so vor sich hin löffelt. Sogar im Wedding. Woanders auch. Als ich im Westend mir bei „Butter Lindner“ mal Fleischsalat und ne Schrippe gekauft hab und mich damit auf eine Vorgartenmauer gesetzt habe, um zu essen, da haben die älteren Damen ganz wohlerzogen und ein bisschen belustigt „Guten Appetit“ gewünscht. Machten aber einen Bogen um mich. Eine Frau, die sich einen Döner gekauft hatte und verschämt reinbiss, zwinkerte mir zu: „So was macht man hier eigentlich nicht, aber geht ja grade nicht anders und ist ja eigentlich auch ganz lustig.“ Nee, ist gar nicht mehr lustig. Ich will wieder von einem Teller essen und an einem Tisch sitzen. Am Mexicoplatz gibts einen lecker Fleischerimbiss, und draußen vor der Tür gibs ein altes Bierfass, das vor einer geschlossenen Kneipe steht. Denkste geschlossen. Kaum stell ich mein Gulasch drauf, kommt schon der Kneipenmensch und vertreibt mich. Bin dann um die Ecke gegangen und habs auf einen Briefkasten gestellt. Eigentlich ist essen im Freien so ne Marotte von mir. Irgendwo hinsetzen, auf Treppenstufen, auf einen Poller oder eine Bank. Essen und Leute gucken, das mag ich. Sieht man ne Menge bei. Wer sich abhetzt, wer neidisch guckt, wer einen für einen Penner hält. So was. Mein Lieblingsplatz ist vor dem türkischen Cafe bei mir um die Ecke, wo ich mir morgens um 10 einen Kaffee hole und mich an den Stehtisch stelle, den sie da für die Raucher hingesellt haben. Das ist mein Ausguck. Komm ja sonst nicht unter Leute, wenn ich Homeoffice mache. Die Leute da kenn mich schon. Ein kleiner Kaffee, Becher bring ich selber mit und einen von den harten Keksen, die die Mutter vont janze backt. Die schmecken wie die Hasch-Kekse von früher, is aber nix drin. Kommt da neulich einer mit som kleinen Hund, der hinkt und fragt, ob ich mal drauf aufpassen kann. Na, da hab ich mir doch gleich gedacht, da hol ich mal die Polizei. Denn der Hund, dem gehts nicht gut, das sah man, den hat jemand verprügelt. Und der Typ sah auch gleich so aus. So mit Basecap und Trainingsanzug und rote Badelatschen. „Sach ma“, sag ich, als der wieder mit ner Tüte Brötchen rauskommt. „Sach mal, deinem Hund gehts nicht gut. Was haste denn mit dem gemacht?“ Wird der rot und sacht: „Den hab ich geklaut, mit meiner Mutter zusamm.“ Wie?“, sach ich. „Ja, der gehört einem in unserm Hinterhaus und jede Nacht hat man gehört, wie der den Hund geprügelt hat. Und als der den mal wieder raus aufn Flur geschmissen hat, da ham wir uns den geschnappt. Is n ganz Lieber. Ronny nennen wir ihn. Der Tierarzt meint, das Bein wird nicht wieder.“ Ja, so kann man sich täuschen. Aber Geschichten hört man nur, wenn, man einfach mal auf der Stelle stehn bleibt, in Ruhe einen Kaffee trinkt und sich die Leute anguckt.
Aber trotzdem nervts mit Corona. Als mein Bäcker zu hatte bin ich zu Edeka und wollte mir da einen Kaffee holen. Ist da so ein Piefke und sacht mir: „Sie haben den falschen Mundschutz an.“ Denk ich hab mich verhört und der meint: Sie ham den Mundschutz falschrum auf. Passiert ja manchmal. Aber der sacht „Mit OP-Maske is nich mehr, sie brauchen FFP 2.“ Ich sach dem Jüngelchen: „Und was is das auf deiner Nase? Ist doch auch nur ne OP-Maske. Sind deine Viren besser als meine?“ Sacht der Schnösel: „Für den Verkauf gibt es eine Ausnahmeregelung.“ Und weil es für alles eine Ausnahmeregelung gibt, konnt ich ihm noch nicht mal anders kommen. Aber seine Virenschrippen konnt er behalten.
Aber wissen se was wirklich schlimm ist? Nicht, dass man nicht mehr wie ein ordentlicher Mensch behandelt wird, nicht das man nicht mehr wegefahren kann, sondern, dass se einem auch noch die Träume nehmen. Wollt ich mir nämlich mal was Gutes tun und bin morgens zum „Simit Evi“ neben dem Jobcenter. Das ist ein türkisches Frühstückscafe das wirklich so aussieht wie in der Türkei. Sesamkringel und Frühstück mit Oliven, Schafskäse und Spiegelei und natürlich sind da echte Türken drin. Wenn ich mich da rein setze und so einen kleinen Tee im Tulpenglas trinke, dann is das wirklich wie damals, als wir auf unserem lezten Urlaub vor den Kindern, irgendwo zwischen Ankara und Kayseri in einer Raststätte halt gemacht haben. Irgendwo an der Landstraße und nur Landschaft um uns rum, den Schlüssel vom Mietwagen auf den Resopaltisch gelegt und in die Sonne geguckt. Aber was machen die Berliner Türken, als sie bei Corona nix mehr zu tun haben? Die bauen um. Jetzt hängen da stylische Lampen und man kriegt zwölf verschiedene Sorten Kaffee und Pizza. Das hat hier gerade noch gefehlt.
Ich sach euch, nach Corona is auch nich alles wieder gut. Schönen Abend noch.

Notlicht

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Also ick gloobe, die da beim Jobcenta in der Müllerstraße ham een an der Tanne. Schon seit Ewichkeiten darf da keener mehr rin. Und vor Weihnachten scheint ooch noch der Hausmeesta krank jeworden su sein. Uf jeden Fall macht da ahms keener mehr die Lichta aus. Dit Haus sieht aus wie een Weihnachtsbaum. Nu ist Weihnachten schon lange vorbei und die Bäume hat längst die Stadtreinijung jeholt. Aba die vom Jobcenta machen munta weita. Is ja ejal. Is ja nur unsa Jeld. Kann da nich mal jemand een Elektrika holn?

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Wo wers jerade vom Jeld ham. Dit sieht hier zwar so aus wie Las Vegas, aba dit is jerade dem Jobcenta jejenüba. Dit is da, wo die Jungs sonst ihre Stütze vazocken, die se sich vom Amt jeholt ham. Aber mit dem jroßen Jeld is da ooch vorbei. Allet dicht. Und damits keener merkt, hamse die Lichta in Treppenhaus anjelassen.

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Aba wenichstens Kaastad hat noch uff. Bis um achte ahms. Jeht ooch nich mehr lange, gloob ick. Aber der letzte macht dit Licht aus.

Schön Ahmnd noch!

Wir müssen leider draußen bleiben

Ich habe Husten. Ganz normalen Husten, wie man ihn im Herbst halt so hat. Morgens nach dem Aufstehen schlimmer als über den Tag. Ärgerlich, aber mit ein paar Hustenbonbons (Fishermans Friend) und Brausetabletten (ACC akut) gut zu überstehten. Bronchitis nannte man das noch im vergangenen Jahr und rechnete so mit zwei bis drei Wochen, dann war der Spuk meist vorbei. Husten war etwas, das alltäglich war, etwas, das man im Griff hatte „Olaf hat Husten – Seine Mutter hat Wick Vaporoub“  klang die beruhigende Nachricht aus der Vorarbendwerbung längst vergangener Tage.  Vom Husten gequälte Menschen hatten viele Freude. Nicht nur Mutti, sondern auch einen fröhlichen, zuversichtlich Bonbons werfenden Bären: „Nehmt den Husten nicht so schwer – gleich kommt der Hustinettenbär!“. Und wenn man sich beim Husten in Veranstaltungen höflicherweise die Faust vor den Mund gehalten hat, galt das als Ausweis allerbester Kinderstube.

Heute herrscht Panik. Heute hat man mit Husten wenige Freunde. Von der Veranstaltung „Soft Solidarity“ werde ich mit harschen Worten ausgegrenzt. „Gäste mit erkennbaren Symptomen einer Atemwegsinfektion und diejenigen, die nicht bereit sind, sich auf unsere Vorkehrungen einzulassen, müssen wir leider bitten, wieder zu gehen.“ Ist es das, was man heute unter „sanfter Solidarität“ versteht? So sanft, dass man sie kaum noch spürt? „Be nice or fuckin leave“ steht als Leuchtreklame im Schaufenster der neuen Hipster-Bar um die Ecke.  Wer krank scheint, ist jetzt sehr alleine. Und das geht tief bis in die Familie hinein.
„Warum hast du dich nicht auf Corona testen lassen?“ , ist dann auch gleich die erste Frage, die ich statt eines „Hallo, schön, dass du da bist.“ von meiner Tochter zu hören kriege, als sie mich in Venedig am Giardini di Bienale vom Boot abholt. „Weil ich meinen Husten kenne.“, sage ich mürrisch. „Es ist der gleiche wie im letzten Jahr.“ Statt mich zu beglückwünschen, dass ich es trotz aller Widrigkeiten durch alle Kontrollen zu Ihr geschafft habe, dass ich im Flieger ganz flach geatmet habe, nur um von Berlin-Mitte (damals noch kein Risikogebiet) nach Venedig (erstaunlicherweise auch nach meinem Besuch immer noch kein Risikogebiet) zu ihr zu kommen, um mit ihr und ihrer Mutter gemeinsam die Abschlussfeier ihres Studiums zu begehen, treffen mich zwei Tage lang vorwurfsvolle Blicke. Das kenne ich schon und halte das auch ganz gut aus. Ich genieße es einfach mit meiner Tochter durch das fast touristenfreie, sonnige Venedig zu stromern. Die Kais der Kreuzfahrschiffe sind seit Monaten verödet. Das Wasser in der Lagune ist so klar, dass die Tochter sich wie ein Kind über einen Schwarm kleiner Fische freut, den sie zum ersten Mal in einem der türkisgrün schimmernden Kanäle sichtet. Und sie hat ein halbes Jahr hier gewohnt.

Doch die Freude ist kurz.  Wie ein Damoklesschwert hängt über der Familie die Frage: Darf der kranke Vater mit in den Festsaal, ohne dass wir unauslöschliche Schuld auf die Famile laden? Es kommt zur Nacht der langen Messer, in der auch Tränen fließen, und zum Beschluss: Papa ante portas. Ich darf mir nur die Live-Übertragung aus der Scuola di San Rocco anschauen. „Aber danach gehen wir zusammen nett Essen.“, heißt es von der Restfamilie fröhlich.

Es ist ein wenig, als würde ich meine Tochter zur Hochzeitsfeier in die Kirche bringen, als wir vor dem prächtigen Portal der Scuola stehen. Um uns herum fein gemachte Studentinnen und Studenten, aufgeregtes Geplapper und würdevolle Ältere. Es fehlt nur der Pfarrer. Immerhin lassen sich Magnifizenzen aus ganz Europa in ihren prächtigen Talaren sehen und verschwinden als letzte im Dunkel der Marmorhalle. Meine Tochter ist mit ihrer Mutter auch schon drin – nur ich muss draußen bleiben…. Nein, es fühlt sich nicht richtig an. Ich fühle mich zurückgesetzt, verurteilt ohne Beweis. Und es geht auch ein wenig ums Ankommen. Ich komme aus einfachen Verhältnissen, meine Eltern trauten sich nie zu einer meiner akademischen Abschlussfeiern. Das war ihnen zu fremd, dazu führten sie sich zu klein, was mich schon damals sehr traurig machte. Ich hätte meine Freude über das Erreichte gerne mit ihnen geteilt. Aber für sie war ich jemand, der damit seine Herkunft verraten hat. (obwohl meine Mutter natürlich im ganzen Dorf erzählte, was für ein Examen ich bestanden hatte). Und was war ich jetzt? War ich jetzt selber Akademiker oder immer noch der Junge vom Dorf, der in so eine prachtvolle Veranstaltung nicht hinein gehörte? Oder war ich einfach nur der Mohr, der seine Schuldigkeit getan hatte? Gab’s ja schon mal in Venedig.

Zum Glück habe ich meinen Kafka gelesen. Und ich weiß, dass auch die schwersten Türen für einen offen stehen, wenn man den Mut hat zu fragen. Ich also rein in die Halle, werde kurz vom Security-Mann mit der Fieber-Pistole gecheckt und für gut befunden. Am Empfangstisch in meinem besten Englisch die Wahrheit gesagt, dass ich einen Husten habe, und ob dass ein Problem sei? Ob ich Fieber habe, fragt die Empfangsdame freundlich. Und als ich verneine gibt sie mir das Anmeldeformular. You’re welcome!

Eine Woche später gehe ich in Berlin zum Arzt. Ja, sagt er, so eine Bronchitis kann lange dauern und schreibt mich eine Woche krank. Eigentlich hätte ich mit meinen Jungs in die Jugendherberge im Harz fahren wollen. Aber da dürfen wir jetzt wirklich nur noch hin, wenn wir alle einen negativen Coronatest haben. Und vielleicht ist es auch keine gute Idee zu verreisen – mit Kindern in Zeiten der Pandemie.

 

There’s a light

Die ganze Zeit hat sie geleuchtet, Tag und Nacht, im leeren Café. Sie war mein Hoffnungsschimmer in trostloser Zeit, mein Stern am Abend. Diese biedere Stehleuchte. Sie hat durchgehalten, während ich verzagte. Die Blumen im Schaufenster vertrockneten, mein Mut sank. Aber sie schien weiter. Sie ist das Markenzeichen des kleinen Flop-Cafés bei mir um die Ecke und eine, die nie den Glauben daran verliert, dass es weiter geht.
Lange hatte ich geglaubt, dass mein zweites Wohnzimmer, mein Kaffeehaus seine zweite große Krise nicht übersteht.
Die erste war vor einem Jahr über das ältere syrische Ehepaar herein gebrochen, als ihr Sohn, der in unserer Straße die Flop-Bar aufgemacht hatte, und für seine Eltern das Café, ganz überraschend starb. Blutvergiftung, munkelten die Nachbarn. Zu spät gemerkt. Keiner konnte ihm mehr helfen. Dabei war er erst Anfang 30.
Ein Monat war zu, dann standen alten Leutchen wieder auf den Beinen. „Ich bin froh, dass Sie wieder da sind.“, sagte ich zu dem zurückhaltenden Herrn mit dem weißen Schnurrbart. „Und ich danke Ihnen, dass Sie wiedergekommen sind.“, erwiderte er leise mit erlesener Höflichkeit. Er hat in Syrien wahrscheinlich etwas anderes gemacht als Schalen mit Humus und Kibbe zu verkaufen. Er ist langsam und mit seinen Gedanken oft woanders. Ich könnte mir ihn gut in einer Bibliothek vorstellen. Seine Frau sitzt am Tisch in der Ecke, wenn sie nicht in der Küche ist. Sie spricht kein Deutsch, aber sie hat aus ihrem Café eine Art syrisches Jugendzentrum gemacht. Immer sitzen junge Leute um sie und reden, während die jungen Deutschen an den anderen Tischen in ihre Laptops tippen. Manchmal trippelt ihr Mann zum Tisch, will dabei sein, steht aber etwas verloren rum. Die beiden sind rührend miteinander.
Dann kam Corona. Von einem Tag auf den anderen war zu. Und kein Hinweis darauf, dass es weiter geht. Kein Schild, kein Eintrag bei Facebook (das wohl noch vom Sohn eingerichtet wurde und seit Jahren unverändert ist) keine Telefonnummer. Nur die Lampe war geblieben, wie das ewige Licht in der Kirche, das immer leuchtet und die Gemeinde an die Wiederauferstehung glauben lässt.
Irgendwann fand ich das Cafe auf der Seite von „Berlin hilft“, kaufte einen Gutschein und schenkte ihn meiner Tochter, die in dem Cafe viele Tage verbracht hat, als sie bei mir wohnte. „Hast du gesehen? fragte ich sie, als sie gestern endlich mal wieder vorbei kam, „Unser Cafe hat wieder auf.“ „Ja“, sagte sie nebenbei, „bin schon dran vorbei gelaufen.“ Den Gutschein hatte sie schon vergessen. Ist ja schon vier Wochen her. Eine Ewigkeit in dem Alter.

Kein Scherz

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Ich fand die ganze Corona-Hysterie natürlich auch albern, bis, ja bis es einen guten Freund erwischt hat. Nicht schwer, leichter Verlauf, aber immerhin.
Nun ist dieser Freund ein Doktor, der seit Jahren mit Antikörpern und anderen mikrobiologischen Wundern beschäftigt ist (nein, Corona kommt nicht aus seinem Labor…).  Deshalb weiß er, worauf es ankommt: Dass es nicht zu einem „schweren Verlauf“ kommt. Sprich Lungenentzündung und Intensivstation.

Damit das Immunsystem es schafft, bei einer Infektion den Virus zu bekämpfen, bevor er „in die Lunge runterrutscht“ kann man was tun.

Hier die fünf Empfehlungen, die ich jetzt selber befolge. Ein Teil der Sachen hatte ich noch in meinem Medikamentenschrank (der sich in den letzten Jahren erstaunlich gefüllt hat). um gegen die üblichen Erkältungen gewappnet zu sein. Deswegen war ich noch nicht in der Apotheke und weiß nicht, ob da inzwischen die Regale auch schon leer sind.

I. Nahrungsergänzungsstoffe zur Stärkung des Immunsystems: Vitamin-D (10.000-20.000 I.E.) Solange man das nicht über Jahre hinweg macht, keine Angst vor Nebenwirkungen. Dazu Zink, Selen, Vitamin C (gibt es meist als Kombi in der Drogerie). Alle zusammen erhöhen die Resistenz gegenüber Erkältungskrankheiten signifikant und sollten daher für die nächsten Monate prophylaktisch eigenommen werden (2 Monatsvorrat anlegen).

II. Ab den ersten Anzeichen einer Infektion (erste grippale Symptome, sind häufig schwächer als bei der richtigen Grippe und vor allem schon bei leichtem Husten!) vorbeugende Einnahme von Sekret verflüssigenden Medikamenten (frei verkäuflich z.B. Bronchipret, ACC, Mucosolvan und viele andere). Wichtiges Ziel: Die natürliche Abwehrfunktion des Bronchialepithel-Flimmerepithels. Das kann ein Vordringen des Virus in die tiefen Bronchien und damit die schweren Verläufe verhindern.

III. Inhalation mit Dampf am besten mit „ätherischen Ölen“ (z.B. Soledum, auch in der Apotheke oder Drogerie fragen) und ein wenig Kochsalz. Gerade die oberen Atemwege, die das Sars-CoV-2 Virus primär angreift, sind für den Dampf gut erreichbar. Das tötet nicht primär die Viren, aber die ätherischen Öle verstärken die Immunantwort (Adjuvanz-Wirkung) und der Temperaturreiz lockt Immunzellen an. Insgesamt wird die Immunantwort aktiviert, was das Abgleiten in einen schweren Verlauf zu vermeiden hilft. Es muss dafür nicht der Inhalator aus der Apotheke sein (evtl. schnell ausverkauft), eine Schüssel oder Topf tut es auch. Achtung nicht zu heiß inhalieren! (wer es nicht glaubt siehe z.B. https://www.youtube.com/watch?v=Dom2Oungw7I)

IV. Vermeiden von Fieber- und Schmerzmitteln. Klingt banal, wird aber oft nicht berücksichtigt. Alle Fieber senkenden Medikamente hemmen auch die Immunantwort. Erst ab 40°C Fieber machen sie Sinn.

V. Kein Alkohol, nicht Rauchen

Im besten Fall braucht ihr das ganze Zeug nicht.  Dann um so besser und ihr habt einfach nur einen kleinen Vorrat für die nächste Grippewelle.