Heulen

Er sagte erst mal nix. Saß in seinem blauen Transporter und trat ein paar Mal aufs Gaspedal, bis der lockere Keilriemen aufhörte zu jaulen, das ausdruckslose Gesicht  in Richtung Windschutzscheibe. "Is Motor, alt", sagte er dann, ohne mich anzuschauen. Deutsch war nicht so seine Stärke. Und auch in dem kleinen, knochigen Körper hätte ich nicht viel Kraft vermutet. Aber … Heulen weiterlesen

Kein Anschluss

Die Geschichte habe ich für die Wolkenbeobachterin geschrieben. Es ist eine lange Geschichte, die ich noch niemandem erzählt habe. Sie beginnt traurig, und ich weiß noch nicht, ob sie ein gutes Ende finden wird. Unter einer großen Trauerweide, die ihre langen Äste über eine gelbe Telefonzelle hängen lässt, sitzt ein niedergeschlagener, entmutigter Junge. Er hat … Kein Anschluss weiterlesen

Der alte Russ

Wo er wirklich herkam, wußte niemand so genau. Und niemand wollte es wirklich wissen. In unserer Familie ging das Gerücht, dass er der verrückt gewordene Sohn reicher Leute aus unserer Stadt sei. Aber das war nur eins der vielen Gerüchte, die in unserer Familie so daher erzählt wurden. So wie das von Onkel Nick, dem … Der alte Russ weiterlesen

Morgens halb 10 in Deutschland

Gerade habe ich die sanft nostalgische und schön doppelbödige Postgeschichte von Matthias Engels gelesen. Und ich erlaube mir hier, diese Geschichte in die Gegenwart zu verlängern. Es ist ein Beitrag, den ich schon mal vor drei Jahren gepostet (sic!) habe. Aber weil ich nicht weiß, wie "rebloggen" geht, habe ich ihn einfach  kopiert und drücke … Morgens halb 10 in Deutschland weiterlesen

Das gelobte Land

Mit einer Tasche voller Weihnachtseinkäufe (der Christbaumständer fehlt noch) stolpere ich ins "Haircut 64", ein arabischer Friseurladen im Afrikanischen Viertel. Noch einmal ordentlich hübsch machen für die Feiertage. Der diensthabende Figaro tut so, als erinnere er sich an mich: Stufe 5 , einmal alles, oder? Nein, Stufe 6 an den Seiten, Stufe 9 oben - … Das gelobte Land weiterlesen