Quer durch den Garten

Ein dickes Stück Fleischwurst (…und ein Scheibchen extra vom Metzja), Bierwurst, Blutwurst, Graupensuppe (mit Ketchup), angebrannte Grießsuppe, Schulmilch, Suppe aus Tiefkühlmischgemüse und Brühwürfel (schmeckte widerlich und hieß bei uns „Quer durch den Garten“), Kartoffeln mit Rahmspinat und Ei, Sülze mit Lorbeer und Wachholder (selbstgemacht), Sunkist (aus der der dreieckigen Tüte),, paniertes Kotelett, frische Schnippelbohnen, Schnippelbohnensuppe (mit Büchsenmilch),, eingeweckte Schnippelbohnen, Kürbis (eingeweckt mit Nelken), Kräuterquark, Schweinebraten, Pfanni Klöße halb und halb, Maggi aus der Flasche, fette Rinderbrühe mit Markklößchen, Käpt’n Nuss Nuss-Nougat-Creme,  Benko-Kakaogranulat, Nesquick, Schwarze Kartoffeln aus der Glut des Kartoffelfeuers (nach der Kartoffelernte – ohne Alufolie), Buttercremetorte mit guter Butter, Riemchenkuchen mit Apfelmus, Streuselkuchen, Brausebonbons, Kammmelle!!!, Maoam, Puffreis aus der Wundertüte, Ahoi-Brause, Pez-Brausebonbons aus dem Spender, Kaugummis aus dem Kaugummiautomaten, Futterrüben, Königskuchen (mit Zitronat und Orangeat), Waffeln aus dem Waffeleisen (mit Puderzucker), Rübenkraut (Zuckerrübensirup), Himmel un Ähd (mit gebratener Blut- und Leberwurst), Apfelmus aus Klaräpfeln, Brombermarmelade (mit Rum konserviert), Vanillepudding mit Rumtopf, Vanillepudding mit Brombeersaft, Pflaumenkuchen (aus Omas Garten), Äpfel von der Streuobstwiese, Most von den faulen Äpfeln von der Streuobstweise, Äpfel vom Baum des Nachbarn, Erdbeereis vom Italiener mit dem VW-Bus, Lakritzeschnecken, Mohn-Kleesla (vom schlesischen Großvater), eingelegtes Sauerkraut aus dem Steintopf im Keller (wie bei Witwe Bolte), Bronni-Limonade, Käsekuchen mit Zitronenaroma, Stachelbeeren, Johannisbeeren, keine Cola, Karamellpudding, Döppscheskooche (mit Speck und Rosinen von der rheinischen Oma), Reibekuchen, geräucheter Aal fett (aus dem Weihnachtskorb vom Chef meines Vaters), Eseslwurst, Weckmänner mit Pfeife (zu St. Martin), Graubrot, Schwarzbrot, Eiflerbrot (kein Toastbrot), Hefezopf, Jägerschnitzel, Zigeunerschnitzel, Apfelgelee mit Nelken, Appelkraut, Matzen, Bienenstich, Malzbier, Walderdbeeren, Morbeln (Blaubeeren, selbstgesammelt), Weihnachtsplätzchen aus dem Fleischwolf, Makronen auf Esspapier, Esspapier, Esspapier mit Brausepulver din, Kartoffelsalat mit Mayonnaise, Tomaten mit Mayonnaise, Mayonnaise aus der Tube, Pommes aus der Fritteuse, Käseigel, Ritz-Kräcker, Kuchenteig, Fondant, Schwartenmagen, Stuten (Rosinenbrot), Dolomiti, Rouladen mit Rotkohl, dicke Pfannkuchen mit fettem Speck, Berliner, Kraftfutter für Rinder (lässt sich schön knabbern), Hefextrakt (für blasse Kinder), Plastikgranulat, Wrigley Fruty Juice (wenn man’s runterschluckt, gibts einen großen Klumpen im Magen, sagten alle), Bohnenkaffee, Muckefuck (mit Milch und Zucker), Edle Tropfen in Nuß, Mon Cherie (heimlich), salziger Haferschleim (die Reste von der magenkranken Großmutter), Grießbrei mit Rosinen, Götterspeise mit Sago, Hostien…

Komm lieber Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns beschert hast.

Amen!

36 Gedanken zu “Quer durch den Garten

  1. Wrigley Fruty Juice ist das dasselbe wie später – zu meiner Kindheit, 80er Jahre – „Juicy Fruit“ (gibt es immer noch), gelbe Verpackung, undefinierbar nach etwas süßem schmeckend?

    Und Esspapier – oh ja! Backoblaten/Hostien tun’s auch (natürlich nur heimlich). Außerdem Schleckmuscheln und Knallbrause, weiß nicht ob ihr die schon hattet. Legendär auch Flugzeuge, zwei Butterkekse mit einem Stück Schokolade dazwischen.

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    • Ja, der Garten war auch bei uns die Grundlage, zumal mein Großvater in Schlesien Bauer war und was zum Austoben brauchte. Aber auch Tauschgeschäfte. Wenn wir dem Bauern gegenüber bei der Kartoffelernte halfen, gab es dafür einen Sack Kartoffeln. Und dann natürlich der Geldbeutel. Meine Mutter war immer ganz glücklich, wenn es die „Weihnachtsbutter“ gab.

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    • In Berlin backen sie ja viel mit Mohn, wegen der vielen schlesischen Immigranten. Aber so was Leckeres wie in meiner Erinnerung habe ich noch nie gefunden. Vielleicht versuch ich’s selber mal – damit meine Söhne dann von Vatis Kleeßla schwärmen, wenn sie über Fünfzig sind 😉

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  2. Manna gabs am Büdchen. Das waren unverpackte rosafarbene Platten aus einer Bounty-ähnlichen Kokosmasse, etwa doppelt so gross wie Tafelschokolade. Wenn man für 5 Pfennig Manna wollte, brach die Büdchenfrau 5 quatratische Stückchen von der Platte ab.

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    • Stimmt, ich stand auf Vanille. Gibt’s glaube ich heute noch, aber als Stick. Da fällt mir auch noch „Split“ ein. Außenrum Orange und innendrin Vanille. Heute gibt’s das mit nur mit Mango. *Seufz*

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  3. Mir fallen noch Tri Top Sirup (am liebsten Waldmeister), Brauner Bär (mit dem Karamellkern) und Leckmuscheln ein (aber nur im Urlaub an der Nordsee vom Campingplatz-Kiosk). Danke für die Reise in die kulinarische Vergangenheit!

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  4. Ich habe in meinem Tagebuch von Januar 1977 (da war ich zehn) bis 1982 jeden Tag akribisch notiert, was es zum Mittagessen gab. So reichhaltig ist die Auswahl nicht. Ich mache mir seit letztem Jahr den Spaß, zu lesen, was ich vor genau vierzig Jahren gemacht habe. Aber das war eben auch nicht Berlin.

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      • Mein Lieblingsessen war Spaghetti mit Fleischsoße bzw. Haschee hieß das damals. Das gab es einmal die Woche. Dann die Klassiker wie Gulasch oder Frikadelle mit Kartoffeln, die Combinazione Tedesci Spinat-Spiegelei-Kartoffelbrei. Überhaupt Unmengen Kartoffeln, der halbe Garten meiner Großeltern war Kartoffelacker, der Rest Gemüsegarten. Morgens Brot mit Marmelade (selbstgemacht, Vorräte bis zum Jüngsten Tag und darüber hinaus immer vorhanden), abends Brote mit Wurst und Käse. Sonntags Schweinebraten mit Kartoffeln und Wirsing, gelegentlich auch mal paniertes Schnitzel mit Kartoffeln. Artgerechte Ernährung gab es aus dem Piz-Spender, der Wassereis-Plastikfolie, der Leckmuschel und natürlich mit Omas Käsekuchen bzw. Streuselkuchen. Vielleicht mache ich dazu demnächst auch mal was, mit Verweis auf deinen Appetitanreger. Smiley.

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      • Da erkenne ich einiges wieder. Den Wirsing (den ich noch heute gerne mag), bei uns natürlich mit Speckwürfeln und die Aufteilung des Gartens. Auf deine Geschichte bin ich gespannt.

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  5. Dosenravioli, in ihrer widerlichsten Form mit aufgetautem Rosenkohl (danach habe ich gekotzt). Und am anderen Ende der Skala: Lamm mit Rosmarin, eher rare als medium, und Holunderblütenpfannkuchen mit Cassis. Das war in Frankreich, die Erinnerung hat Jahrzehnte überdauert. (Man ist, was man ißt — jawoll, unsere Kindheit besteht aus Mahlzeiten.)

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  6. Da bin ich doch ganz froh, dass ich mit den späten 80ern nur das Ende dieser bleiernen Zeit erleben durfte. Da wussten die meisten nämlich schon, dass fast überall anders besser gekocht wurde und manchen dämmerte gar, dass das gar nicht so schwer ist.

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    • Ja, mit deinem gut ausgebildeten Geschmack wärest du damals sicher verhungert. Das Perfide ist aber, dass ich mich heute auf die Sachen stürze, die ich damals kaum runter gekriegt habe. Wenn es in unserer Kantine Graupensuppe gibt (das ist polierte Gerste, daraus kann man weitaus Schmackhafteres brauen), bin ich der Erste in der Schlange.

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      • Bei einigen Schweinereien, vor allem denen mit Fett und Knorpel geht mir das genauso. Ich mag auch inzwischen viele traditionelle Gerichte. Ich hab allerdings den Verdacht, dass damals das relativ neue Convenience food und Tiefkühlkost zusammen mit einem merkwürdigen Frauen- und Familienbild eine sehr unselige Mischung erzeugten. Also, dass viele Frauen, die glaubten, sie müssten Hausfrau sein, ohne Ehrgeiz und Talent TK-Produkte in lauwarme Teflonpfannen warfen. Und dafür zum Muttertag mit ner Schachtel Pralinen entlohnt wurden…

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  7. „ohne Ehrgeiz und Talent“ da triffst du es auf den Punkt. Man könnte es auch lieblos nennen. Es ist natürlich nicht einfach eine dreiköpfige Bande jeden Tag mit Leckereien zu verwöhnen, zumal wenn frau selber aus ärmlichen Verhältnissen kam und sich eigentlich mehr vom Leben erhofft hatte als Kinder, Küche, Kirche. Irgendwann kam dann der „Eismann“ und brachte die Tiefkühlkost ins Haus. Und wir mussten es dann auslöffeln.

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  8. Uff, da könnte man schon vom Lesen Verdauungsbeschwerden bekommen. Doch ich bin Eniges gewohnt, gegenüber ein Bauernhof und oft wurden wir nachts geweckt von Ausrufen des Landwirts „Die Kuh kalbt“, woraufhin mein Vater sein Ehebett genauso schnell verließ wie beim Feueralarm, denn er war in der freiwiligen Feuerwehr und es brannte oft. Wenn ein Schwein geschlachtet wurde, profitierten wir auch davon, Ich durfte zwar nicht beim Bolzenschuss dabei sein, aber direkt danach und werde diesen Geruch von warmem Blut und Gedärmen nie vergessen. Ich kenne und mag aus meiner Kindheit Graupensuppe, auch Steckrübeneintopf, darüber hinaus Möbkebrot und so’n Zeugs, mit viel Blut, aber gehalt- und geschmackvoll. Aber ich erinnere mich auch an Pez, diese Sunkist-Dreieckstüten mit eklig-künstlichen O-Saft, Texasgürtel etc. Muckefuck für uns Kinder gab’s auch und im Winter Lebertran und Rotbäckchen. Jaja, damals war alles besser, hihi. Schlimm wurde es, als meine Mutter keine köstlichen Kohlrouladen mehr zubereitete, sondern Iglo-Tiefkühlkost aufwärmte, genau, Nudeln mit Gemüse. Als meine kleine Schwester geboren wurde, bereitete ich genau das für meinen Vater, den kleinen Bruder und mich vor. Da ich alles mangels Erfahrung zu lange kochte, gab es eine Schüssel, die randvoll mit riesiggroßen überkochten Nudeln und etwas Gemüse aufgefüllt war. Wenn ich was hasse, dann Mon Chérie und After Eight.

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