Angekommen (Kleine Fluchten I)

Gestern noch durch tiefe Schluchten geflitzt. Mich selbstvergessen in enge Kurven gelegt, den Berg hoch,  bis der Himmel zwischen den Bäumen durchkam. Den Motor gequält, bis dem Drehzahlmesser die Welle brach. Später über sonnige Wiesen geschwebt, lächelnd, als König auf meinem weißen Ross. Nur mir stand es zu, die Pracht dieses Landes zu genießen. Und dann eingeschneist in den Stau auf der Autobahn. Hindurch zwischen den hitzeglühenden Porsches und den polnischen Lastwagen. Dem Mutigen eine Gasse! Bevor die Polizei mich erwischen kann, bin ich auf der Landstraße.

Heute Morgen dann beim Hausarzt: Ja, es ist die linke Schulter, bis zum Hals hoch. Beim letzten Mal war das nach zehn Massagen immer noch nicht weg. Ja, und wenn sie mir dann noch neue Einlagen verschreiben könnten. Ja, wegen der Knie, die tun sonst schnell weh, wenn ich in den Motorradstiefeln laufe. Der Arzt hat mich lange waren lassen. Hoffentlich schaffe ich noch den Termin mit der jungen Frau, die mir immer so gut die Hörgeräte anpasst.

Ich sollte das lassen, das mit den kleinen Fluchten.

 

 

 

21 Gedanken zu “Angekommen (Kleine Fluchten I)

      • Hauptsache, Räder … 😉
        Ich hatte meine Frage zwar erheblich metaphysischer gemeint, aber da du das Motorrad verkaufst und dich somit entschieden hast, verschone ich dich mit den Ausführungen dazu.
        Liebe Grüße
        Christiane

        Liken

      • Ach, es war nur die Überlegung: Was passiert mit uns, wenn wir uns aus einem „Wir sollten besser …“ immer mehr beschränken. Wer sagt das denn, von wem lassen wir uns vorschreiben, was wir tun, und warum? MAN tut das in einem bestimmten Alter nicht mehr? Ich bitte dich.
        Ich halte „kleine Fluchten“ für mehr als wichtig.
        Okay, Gesundheit IST ein Argument, das hätte ich vor wenigen Jahren noch abgestritten …
        Abendgrüße 😉

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      • Ja, da hast du recht: Kleine Fluchten bleiben wichtig. Aber die müssen ja nicht an 1000 Kubik und eine Lederjacke gebunden sein. Kann ja auch ein Yoga-Retreat oder eine Schreibwerkstatt sein. Es gibt da einen wundervollen Film mit dem alten Depardieu: „Mamut“. Der macht sich als alter Rocker noch mal auf mit seiner dicken Maschine und kehrt geläutert auf einem Mofa mit Jesuslatschen zurück 😉

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      • Kenne ich nicht, aber du hast sicher recht, dass sich die Fluchten ändern können, vielleicht sogar müssen.
        Und Depardieu … ist schon ein Fall für sich. Ich stell ihn mir gerade auf einem Mofa vor … 😉

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  1. Zähne zusammenbeissen (solange du noch welche hast) und durch…bekanntermassen kommen nur die Harten…in den Himmel 🙂
    Beste Wünsche für eine schnelle Genesung und den nächsten coolen Ride auf dr Maschine,
    Jürgen

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