W-Wahn

 

© Jules van der Ley

enn ich es wirklich wahrhaftig wahrnehme ist mein Wissen in Wahrheit nichts anders als eine Reihe von W-Fragen.

Wann wird mein Wirken wirklich etwas wert? fragte ich mich als wunderlicher Heranwachsender und wünschte mich nach Woodstock.“ Als „Wärter“ im Wartesaal des Krankenhauses (so riefen die Wartenden mich wuschelköpfigen Wehrdienst-verweigerer wirklich noch) war es dann das „Wir“, was Wunder wirkte: „Wir werden jetzt wohl den Wundverband wechseln, Herr Walter, aber bis dahin warten wir noch ein Weilchen, nicht wahr?“

Weiland Student in Würzburg (nein, es war Heidelberg) wurden die W-Fragen dann wirklich wichtig. „Wer will was von wem woraus? warf der Wissenschaftler im Wirtschaftsrecht wuchtig an die Wandtafel. Und wir Wissensdurstigen wagten es nicht zu fragen: Weshalb?

In der Wahlstation im Strafgericht wollte ich immer wissen: Wer hat wann wo was getan? Als Journalist war es dann wichtiger zu fragen: Warum?

Wahrlich, das war jetzt keine Wagner-Oper oder ein Wunderwerk, aber ohne den Wirrwarr in meinem Kopf wird mir jetzt wohler, und ich wage mich der Frage zu widmen, die wirklich wichig ist: Warum habe ich das geschrieben?

Woher soll ich das wissen?

 

 

27 Gedanken zu “W-Wahn

    • Nicht zu vergessen: Der wilde Wedding, der dich ja auch eine Weile behaust hat. Ja, wir denken, dass wir alle unseren eigenen Weg gegangen sind, aber wenn man auf die Spuren schaut, hat unsere Generation einen Trampelpfad hinterlassen.
      Wenn du mir verrätst wie ich einem Blog auf Blogspot folgen kann, tu ich das gerne. 😉

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      • Ich weiß bis heute selbst nicht, wie man Blogs folgen kann. Auch diese Zauberei, ein Wort in einer anderen Farbe zu schreiben und wenn man es anklickt, kommt da eine neue Internetseite. Du glaubst gar nicht, wie unbeholfen ich in diesen Dingen bin. Und dann lese ich in einem Artikel, der mir die Tränen in die Augen treibt, dass sie Rockmusik längst tot ist (morgen in meiner Ferienvertretung für den fabelhaften Ackerboy als Link). Ich bin nicht nur dick & doof, ich bin auch alt & sentimental und heute muss ich zu allem Überfluss die Gardinen abhängen und waschen, was doch mit meinen Jugendvorstellungen vom Künstlerleben und Erwachsensein so gar nichts zu tun hat. Neben dem Notebook liegt der Einkaufszettel für nachher und ich lese Worte wie „Wasser“ und „Salat“, zum Glück auch „Wein“ und „Ketchup“ – sonst würde ich direkt losheulen …

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      • Ich heul gleich mit! Da bin ich doch froh, dass ich bei mir die Vorhänge nicht abhängen muss, weil meine Jungs sie gleich mit Gardinenstange runter gerissen haben…
        Das hält jung!

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      • 😉 Ich bin nicht …., ich bin Leolo. War mal ein schöner Film in den Achzigern, in dem ein sensibler Junge in einer wahnsinnigen italienischen Migrantenfamilie aufwächst.

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      • Seufz! Es gibt halt zwei Typen von Menschen: Die einen schreiben Texte, und die anderen korrigieren sie. Und doch haben die Lektoren großen Respekt vor den Schreibenden (und umgekehrt).

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