Herbei, herbei zum 4. Mai

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Geschlossen war zum 1. Mai seit hundert Jahren nur eins: Die solidarische, unbezwingbare Arbeitereinheitsfront, die auf den Plätzen und Straßen gegen ihr Elend  und die Macht des Kapitals kämpfte. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die Plätze verwaist, die Straßen im Griff des Ordnungsamtes, das mit strengem Blick darauf achtet, dass das Volk nicht zusammenkommt und die Gewerkschaften demonstrieren online.
Aber ich habe da einen Verdacht: Ich vermute,dass die Absage der großen DGB-Demos, die sonst mit Trillerpfeifen das Schweinesystem erschütterten, geht nicht auf die staatsragende Einsicht der Einheitsgewerkschaften in coronabedingte polizeiliche Auflagen zurück, sondern auf Scham.
Denn was würde dieses Jahr unter roten Bannern zur Schau gestellt?  Wohlstandsbürgerinnen und Bürger fortgeschrittenen Alters in den immergleichen Plastikleibchen mit Gewerkschaftslogo?  Das wäre schon schlimm genug. Aber dieses Jahr kämen herausgewachsene Blondierungen, ausgewaschene Dauerwellen, graue Streifen in vormals schwarzen Haaren, büschelweise Haare in den Ohren und verzottelte VoKuHilas dazu.
So darf die stolze organisierte Arbeiterschaft sich nicht auf der Straße zeigen, will sie sich nicht mit dem alten Schimpfwort „Lumpenproletariat“ verhöhnen lassen. Natürlich ist das ein perfider Schachzug der Bourgeoisie. Warum wohl dürfen die Friseure erst nach dem 1. Mai öffnen, die kleinen Geschäfte aber schon seit vergangener Woche? Eben!
Wusste die herrschende Klasse doch, dass die erzwungene Schließung der Friseurläden tiefere Einschnitte in die Kampfkraft der Vertretungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bewirkt, als es alle bisherigen Finten des Kapitals vermocht haben.
Doch was soll ich tun? Auch in mir steckt ein kleinbürgerlicher Reaktionär. Auch ich meide schamhaft die Nähe meiner Kolleginnen und Kollegen, weil ich ihren Spott fürchte. Meine ansonsten von freundlichen arabischen Männern auf 9 mm Einheitsschnitt getrimmten Resthaare nehmen barocke Formen an. Barock nicht im Sinne einer gepuderten Lockenpracht sondern barock im Sinne eines „gesprengten Giebels“. Das heißt: Links und rechts wuchert es verspielt und üppig und in der Mitte klafft eine Lücke, die nichts anderes ausdrückt als Vergänglichkeit. In die moderne Popkultur ging diese Form der Frisur ein als Erkennungszeichen verrückter Wissenschaftler. Auch im Comic ist sie beliebt. Der Chef der hoffnungslosen Bürohengstes Dilbert trägt sie.

Wenn ich wenigstens in der Wüste oder in der Eifel lebte, wo mich nichts an meine Verunstaltung erinnerte. Aber nein! Ich lebe wahrscheinlich in dem Stadtteil mit der höchsten Friseur-Dichte Deutschlands. Ich leide Tantalusqualen, wenn ich durch die Straßen gehe. Denn in meinem Bezirk gibt es amtlich gezählte 67 Friseurgeschäfte, – im Wedding legt man viel Wert auf gepflegtes Aussehen – aber was nützt mir das?
Alle, alle haben zu!

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Das kleine Vergnügen eines Friseurbesuchs, das Eintauchen in die fremden Welten, das kurze Glück exotischer Sprachen und Düfte habe ich auf diesem Blog schon oft beschrieben. Aber gerade heute, wo ich das erhebende Gefühl, sich mit frisch gestutztem Haar sich wieder als Teil der zivilisierten Welt fühlen zu dürfen besonders brauche, wird mir diese kleine Wohltat verweigert. Und sogar die Hoffnung, das mein Leiden am 4. Mai ein Ende haben wird, wird mir verwehrt. Denn wenn wir auch  alle wissen, dass nach der Krise nichts mehr so sein wird  wie es vorher war, hat mich dieser Aushang im Salon „Aufhübschstation für die Dame und den Herrn“ doch sehr erschüttert.

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Vorbei die Zeit, als ich mich aus einer Laune heraus nach Feierabend in einen Frisiersalon fallen lassen konnte, um mich zu entspannen. Vorbei die Zeit als ich ungewaschen den Salon verlassen konnte, und ja, auch vorbei die Zeit, in der ich selbst bestimmen konnte, ob ich mir Wimpern oder Brauen färben lassen wollte. Das ist jetzt alles für mich geregelt. Na ja, wenn’s der Infektionsbekämpfung dient… Wir müssen ja alle Opfer bringen. Aber für gute Ratschläge, welche Wimpernfarbe sich am schnellsten wieder auswaschen lässt, wäre ich dankbar.

Das ist eine Geschichte mit Happy End (gesehen in einem Kunstsalon in der Otavistraße).

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Am 30. Mai ist der Weltuntergang

Schäfchenwolken am Himmel und blühende Bäume links und rechts. Auf dem Radweg am Hohenzollernkanal das übliche Gewusel von Radfahrern, Skaterinnen und Spaziergängern. Mein Sohn radelt mit seinem Freund um die Wette. Riskant, riskant, wie sie da um die Kurvern jagen und mit den aalglatten Typen auf ihren Carbonrädern fast kollidieren. Aber was kann schon passieren? Wir nehmen ja jetzt alle Rücksicht aufeinander. In der Jungfernheide angekommen gibt es für jeden eine Bratwurst auf die Hand und für die Väter ein Bier, damit die Kraft reicht für die Rückfahrt. „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten…“

War da nicht noch was? Sieht so ein Land im Ausnahmezustand aus? Oder kann es sein, dass gerade die Welt untergeht, und ich es nicht bemerke? Weil ich gerade nicht will, dass die Welt untergeht, oder weil ich schon so viele Weltuntergänge erlebt habe, dass ich auch dieses Mal glaube, dass es (für uns) gut ausgeht?

Nehmen wir mal die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, der gerade in der Ukraine gedacht wird. Waren ja komische Zeiten damals, auch bei uns. Durfte man auch nicht auf den Spielplatz, nichts  aus dem Garten essen und die Milch wurde weggekippt. Die Halbwertszeit von Cäsium 123 wurde damals von den Experten heruntergebetet wie heute die aktuellen Infektionszahlen. War schon gruselig. No Future, diesmal aber wirklich.
Was wäre wenn…  wenn es wirklich so schlimm gekommen wäre, wie wir damals gedacht haben? Die Böden in Europa verseucht, die Ernten verdorben, die Menschen verstrahlt? Nicht auszudenken. War aber nicht so schlimm. Nur Pilze aus Polen wurden eine Zeit lang gemieden. Sonst ging alles munter weiter.
Und eigentlich hätte ich selbst diesen misslungenen Weltuntergang nicht erleben dürfen, weil schon 1962, ein Jahr nach meiner Geburt, die Welt wegen der Kuba-Krise, wie man damals und seitdem immer wieder mit leichtem Schauder sagt „vor dem Abgrund stand“. (Komisches Bild, weil es ja im ganzen Universum keinen Abgrund gibt, in den die Welt fallen könnte. Komm mir jetzt bitte keiner mit schwarzen Löchern). Auf jeden Fall ist meine Mutter, als die Luftsirenen angingen, mit mir auf dem Arm in den Keller des alten Winzerhauses gelaufen, wo noch aus Kriegszeiten der Luftschutzkeller des Dorfes war. War aber blinder Alarm. Cold war kids are hard to kill.

Insgesamt, finde ich, sind die Weltuntergänge in den vergangenen 75 Jahren für uns hier in Westeuropa recht glimpflich abgelaufen. Anderswo, in Ruanda oder in Syrien haben die Menschen nicht so viel Glück gehabt. Und in Bangladesh gab es nur deswegen keinen Weltuntergang, weil dort das Leben jetzt schon so entsetzlich ist, wie wir es uns in Europa für die Zeit nach dem Armageddon vorstellen. Und jetzt steigt da auch noch der Meeresspiegel.

So, jetzt habe ich es geschafft, einen Text ohne die Worte Corona und Klopapier zu schreiben. Ich wünsche mir, noch viel von euch zu lesen, bevor die Welt dann wirklich untergeht. Das Datum ist für mich als Rheinländer schon sicher. Es wurde im Kölner Karneval schon Mitte der 50er Jahre festgelegt. Die Toten Hosen, von der anderen Seite des Rheins, haben 50 Jahre gebraucht, um den Schuss zu hören. Deshalb schreien sie so laut.

 

Mal wieder kurz die Welt retten?

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Also wegen mir könnte es so weiter gehen. Die Straßen sind leer, die Regale voll. Keiner macht mehr Pläne oder Termine. Alle denken nur bis morgen. Viel weiter konnte ich noch nie denken. Jetzt sind wir alle gleich. Und keiner fragt mich, wohin ich in Urlaub fahre.

Corona ist gerade die Ausrede für alles. Und ich habe gerne Ausreden, weil ich mich so selten traue nein zu sagen.

Das Gedröhne der Düsenflieger über Tegel hat aufgehört und auch die Martinshörner der Krankenwagen schweigen. Sie rollen jetzt ganz still und ganz langam durch die Straßen. Das ist unheimlich. Fast wie bei einem Leichenwagen.

Morgen kommen meine Jungs zu mir. Eigentlich wollten wir zuammen an die Ostsee. Jetzt muss ich mir was einfallen lassen. Frühling unter dem Balkon. Ich brauche einen Plan, sonst gucken wir nur Videos. Ich mache nicht gerne Pläne. Sagte ich schon. Aber wenn es muss.

Heute bin ich drei Stunden unter dem weiten Himmel des Tempelhofer Feldes spazieren gegangen. So lange hat es gedauert, bis meine Begleiterin und ich die Weltlage einmal durch hatten. Sie glaubt, dass wir aus Alledem was Gutes lernen. Ich lass mich überraschen. Durch die Hasenheide sind wir auch noch. Keine Dealer weit und breit. Ordentliche Bürger in ordentlichem Abstand. Da fuhren Polizisten mit zwei dicken Motorrädern Streife. Die Staatsmacht zeigt sich hoch zu Ross. Das gefällt denen.

Meine Tochter kommt vorbei, aber nicht wirklich. Raufkommen will sie nicht. Sie bleibt auf dem Gehweg und ich muss runter kommen. Sie hat einen schicken Mundschutz und tierische Angst. Umarmen will sie mich auch nicht, obwohl wir das als Verwandte in gerader Linie  dürften. Eigentlich sollte sie in Bulgarien sein. Aber die Uni in Sofia ist zu und der Professor nicht zu erreichen. Bis Herbst muss ihre Masterarbeit fertig sein. Ob es jemand geben wird, der sie lesen wird? Wahrscheinlich hat sie deshalb noch keine Zeile gschrieben, seit sie wieder in Berlin ist.

Meine Welt ist in Ordnung. Ich schlafe gut, seit die Stadt ruhiger geworden ist. Darf ich das? Muss ich nicht denen helfen, denen es gerade schlecht geht? Suchen nicht die Krankenhäuser verzweifelt Krankenpfleger? Lass sie suchen.
Diese Rufe kenne ich. Schon vor dreißig Jahren hieß es, dass die Krankenhäuser vor dem Untergang stehen, weil das Personal fehlt. Damals war das nicht wegen Corona oder geschlossenen Grenzen. Im Gegenteil. Damals waren die Grenzen gerade aufgemacht worden. Ich also los, die kranken Menschen im Osten und den realen Sozialismus retten. Aber das einzig Reale am real existierenden Sozialismus war der Ruß. Den Ruß wischten wir jeden Tag einmal von den Fensterbrettern und nachts wurde die ganze Station durchgewischt. Der Ruß kam von Heizkraftwerk der Uni-Klinik Leipzig. Das war ein uralter ziegelroter Kasten mit einem zu kurzen Schornstein. Weil ich tagsüber brav wischte, durfte ich auch mal Nachts ran. Welliges PVC mit braunem Blümchenmuster. Viel mehr Verantwortung wollen die Schwestern auf der chirurgischen Station mir Besserwessi nicht übertragen. Oder doch?  Ich durfte auch kaputte Vakuumpumpen in die Werkstatt bringen und die Besorgungen der Schwestern im HO-Laden der Klinik erledigen. So war das. Muss ich nicht noch mal haben.

Damals hat wenigstens keiner von „Helden des Alltags“ gesprochen. Statt warmer Worte gab es richtiges Geld. 600 Mark der DDR im Monat. Und als ich zurück in den Westen kam noch mal 600 Westmark. Es gab da so einen Fonds, für Medizinpersonal, das in den Osten gegangen war. Mein Bewilligunsbescheid hatte die laufende Nummer 001.

 

 

Berlin lebt

„Wo ihrer drei beisammen stehen, da soll man auseinandergehen…“ Wer denkt, mit Polizeiverordnungen wie aus Krähwinkels Schreckenstagen wäre das Leben in Berlin zum Stillstand gekommen, der hat wohl keine Augen im Kopf.  Zwar heißt es heute wieder fast wie bei Heine vor 150 Jahren: Auf den Straßen und den Gassen soll man sich nicht sehen lassen. Aber es bleibt einem in Berlin ja immer noch der Hinterhof. Und da platzt das Leben aus allen Nähten. Und das Licht. „Ich habe das Licht gesehen!“ (Nicht Heine, sondern Jake Blues von den Blues Brothers).

Ich wünsche euch helle Frühlingstage und bleibt gesund!

Das muss jetzt

Plötzlich geht vieles, was lange nicht möglich war. Oder aufgeschoben. Oder unentschieden. Mein billiges Handy zum Beispiel. Es schwächelt schon eine Weile. Aber ich hab mich nicht dazu aufraffen können, es endlich aufzugeben. Dabei habe ich ein solides Nokia in der Schublade. Ich wollte mich halt nicht mit was Neuem, Anstrengendem beschäftigen. Aber gestern dachte ich: Du kannst doch nicht mit einem wackligen Handy rumlaufen, jetzt, in Zeiten von Corona. Du musst erreichbar sein. Du musst wissen was los ist. Also hingesetzt, Betriebsanleitung gelesen, rumgetippt, Hotline angerufen und jetzt läuft’s. So kenn ich mich gar nicht.
Oder die Sache mit dem neuen Perso. Hatte ein Schreiben bekommen. Könnte den jetzt abholen kommen. In Schöneweide, nur 20 Kilometer quer durch die Stadt. Nehme mir einen halben Tag frei, gehe durch die Tür vom Bezirksamt und da ist auf einmal ein Absperrband. Dahinter ein blondes Mädchen, so ne Azubi wahrscheinlich. Fragt mich, was ich will. Meinen Perso will ich abholen, sag ich. Geht nicht, sagt sie, neue Anweisung von heute, geht nur noch mit Termin. Oder brauchen sie den dringend, für die Bank, oder so? Ja, sag ich, ich brauch den dringend, für die Bank und so. Das glaub ich ihnen jetzt nicht, sagt sie, das ham sie jetzt von mir. Na, sag ich, dann brauch ich ihn eben für die Post, um Päckchen abzuholen. Sie müssen doch nur ins Regal hinter sich greifen. Nein, geht nicht, sagt sie und nestelt ein paar fliederfarbene Latexhandschuhe über ihre Finger, sie könnten sich infizieren. Wo könnte ich mich infiziern? frag ich. Wenn sie ihre Unterschriften leisten, da müssen sie unseren Stift benutzen, sagt sie ins Blaue hinein. Wo lernen die, sich so Sachen auszudenken? Die Jungen sind schlimmer als die Alten, denk ich mir, die wissen noch nicht welche Macht sie haben, kennen noch nicht das menschliche Maß. Und an Kafka denke ich, der sich so eine Situation hätte ausdenken können. Aber da bin ich schon wieder aus der Tür. Geht aber nicht ohne Perso. Nicht in Zeiten von Corona. Nicht wenn Ausgangssperre und Polizeikontrollen drohen, Massenunruhen und Straßenkämpfe, Lebensmittel auf Bezugschein und hungrige Kinder mit großen Augen. Ich brauche einen Perso. Ich denk an die Großmutter, die aus Vorpommern flüchten musste und als alte Preußin das Wichtigste mitnahm, was sie hatte: Ihre Kinder und ihre Papiere. Und die Papiere, das war tatsächlich das erste, wonach sie die Beamten fragten, als sie mit drei Kindern in Berlin strandete und um Hilfe bat. Geht also nicht, nicht in Preußen. Ich brauche ein Dokument, das beweist, dass ich existiere. Ich versuche Zeit zu gewinnen. Es ist Mittag, und nach der Mittagspause, so hoffe ich, wechselt das Personal. Gehe mir also selber einen Döner essen, krieg noch einen Tee auf’s Haus und eine halbe Stunde später geh ich wieder durch die schwereichene Amtstür. Ich wundere mich, über mich selber, über meine Beharrlichkeit. Und über die Verschlagenheit, die in mir aufkommt. Ich werd einfach lügen. Ich werd sagen, dass ich Krankenpfleger bin (was stimmt, auch wenn es dreißig Jahre her ist) und dass ich dringend gebraucht werde (was nicht stimmt, im Gegenteil) Und wenn das alles nicht hilft komme ich mit meinen vier Kindern. Dazu bin ich entschlossen.
Die Blonde hat ihre Absperrung hinter sich gelassen und ist jetzt als Abfangjäger in der Halle unterwegs. Sie waren doch schon mal hier, stellt sie fest. Hat sich etwas an den Umständen geändert seit eben? Ich brauche meinen Personalausweis, sag ich stumpf. Warscheinlich habe ich dabei so grimmig geschaut, wie auf meinem Passbild. Da muss sie erstmal nachfragen gehen. Hinter dem Schalter sitzt jetzt eine Dunkelhaarige, keine Preußin. Die Blonde tuschelt mit ihr und die Dunkle winkt mich heran. Sie entschuldigt sich, nicht für die Warteschleife, sondern dafür, dass sie mir keinen Platz anbieten kann. Denn aus den Stühlen im Wartezimmer haben sie ihre Absperrung gebaut. Zwei Unterschriften auf ein schwarzes Schreibpad und ich bin für 10 Jahre wieder ein Mensch, rein amtlich. Aber innerlich, innerlich merke ich, dass ich auf Überlebenskampf eingestellt bin.

Kein Scherz

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Ich fand die ganze Corona-Hysterie natürlich auch albern, bis, ja bis es einen guten Freund erwischt hat. Nicht schwer, leichter Verlauf, aber immerhin.
Nun ist dieser Freund ein Doktor, der seit Jahren mit Antikörpern und anderen mikrobiologischen Wundern beschäftigt ist (nein, Corona kommt nicht aus seinem Labor…).  Deshalb weiß er, worauf es ankommt: Dass es nicht zu einem „schweren Verlauf“ kommt. Sprich Lungenentzündung und Intensivstation.

Damit das Immunsystem es schafft, bei einer Infektion den Virus zu bekämpfen, bevor er „in die Lunge runterrutscht“ kann man was tun.

Hier die fünf Empfehlungen, die ich jetzt selber befolge. Ein Teil der Sachen hatte ich noch in meinem Medikamentenschrank (der sich in den letzten Jahren erstaunlich gefüllt hat). um gegen die üblichen Erkältungen gewappnet zu sein. Deswegen war ich noch nicht in der Apotheke und weiß nicht, ob da inzwischen die Regale auch schon leer sind.

I. Nahrungsergänzungsstoffe zur Stärkung des Immunsystems: Vitamin-D (10.000-20.000 I.E.) Solange man das nicht über Jahre hinweg macht, keine Angst vor Nebenwirkungen. Dazu Zink, Selen, Vitamin C (gibt es meist als Kombi in der Drogerie). Alle zusammen erhöhen die Resistenz gegenüber Erkältungskrankheiten signifikant und sollten daher für die nächsten Monate prophylaktisch eigenommen werden (2 Monatsvorrat anlegen).

II. Ab den ersten Anzeichen einer Infektion (erste grippale Symptome, sind häufig schwächer als bei der richtigen Grippe und vor allem schon bei leichtem Husten!) vorbeugende Einnahme von Sekret verflüssigenden Medikamenten (frei verkäuflich z.B. Bronchipret, ACC, Mucosolvan und viele andere). Wichtiges Ziel: Die natürliche Abwehrfunktion des Bronchialepithel-Flimmerepithels. Das kann ein Vordringen des Virus in die tiefen Bronchien und damit die schweren Verläufe verhindern.

III. Inhalation mit Dampf am besten mit „ätherischen Ölen“ (z.B. Soledum, auch in der Apotheke oder Drogerie fragen) und ein wenig Kochsalz. Gerade die oberen Atemwege, die das Sars-CoV-2 Virus primär angreift, sind für den Dampf gut erreichbar. Das tötet nicht primär die Viren, aber die ätherischen Öle verstärken die Immunantwort (Adjuvanz-Wirkung) und der Temperaturreiz lockt Immunzellen an. Insgesamt wird die Immunantwort aktiviert, was das Abgleiten in einen schweren Verlauf zu vermeiden hilft. Es muss dafür nicht der Inhalator aus der Apotheke sein (evtl. schnell ausverkauft), eine Schüssel oder Topf tut es auch. Achtung nicht zu heiß inhalieren! (wer es nicht glaubt siehe z.B. https://www.youtube.com/watch?v=Dom2Oungw7I)

IV. Vermeiden von Fieber- und Schmerzmitteln. Klingt banal, wird aber oft nicht berücksichtigt. Alle Fieber senkenden Medikamente hemmen auch die Immunantwort. Erst ab 40°C Fieber machen sie Sinn.

V. Kein Alkohol, nicht Rauchen

Im besten Fall braucht ihr das ganze Zeug nicht.  Dann um so besser und ihr habt einfach nur einen kleinen Vorrat für die nächste Grippewelle.

 

 

 

Herr K und das magische Denken

Pentacon

Eine gepflegte Männerhand, ein weißes Tuch und ein makelloses schwarzes Gerät mit einem leuchtenden weißen Kreis, durch den man in die Unendlichkeit zu schauen glaubt. Schon das Foto hatte eine eigene Magie. Die Zahlen 1.8/50 taten ihr Übriges dazu. Sie versprachen Qualität und unbegrenzte Möglichkeiten. Aber die Zahlenmystik brauchte ich gar nicht mehr. Denn ich war schon besessen von dem Wunsch, so ein Ding zu besitzen. Und so wie es Herr K präsentierte, war ich bereit meine Seele zu verkaufen, um es zu bekommen. Schon da hätte ich ahnen können, dass ich an einen wahren Teufel geraten war.

Ebay-Kleinanzeigen ist für erwachsene Menschen gewöhnlich nicht der Ort, an dem sie ihr Seelenheil auf’s Spiel setzen. Kinderfahrräder und Regalwände wechseln hier mit sehr nüchternen Beschreibungen und zu kleinen Preisen ihre Besitzer. Diese Resterampe der Wohlstandsgesellschaft ist ein Segen für kinderreiche Familien und Kleinsparer. Für mich wurde sie zum Fluch.
Angefangen hatte es damit, dass ich, im Internet, wo auch sonst? auf eine Anleitung gestoßen war, wie man die guten Fotoobjektive aus der DDR an meine moderne Fuji-Kamera bauen kann. Über meine Faszination für alles aus dem Osten habe ich ja schon berichtet. 30 Jahre, nachdem ich als hilfloser Helfer durch das Leipzig der Nachwendemonate gestreift war, weiß ich, dass nicht alles gut war im Sozialismus. Aber die Objektive aus der DDR waren und sind es. Und die Vorstellung, meine japanische Kamera über ein Zwischenstück Made in China mit einem Pentacon-Objektiv aus Dresden zu verbinden, brachte meine Phantasie zum Glühen. Schon sah ich mich wieder, wie 1990, mit Lederjacke, die schlanke Spiegelreflex-Kamera lässig in der Hand durch die Städte im Osten ziehen. Damals hielten mich viele in meinem Aufzug für einen Journalisten aus dem Westen und viele Türen und Herzen taten sich auf. Ich hörte mehr Geschichten als mir lieb war und wusste mehr als der Journalist vom Spiegel, der auf einmal bei mir auftauchte. Der hatte nur seinen Taxifahrer gefragt und wollte daraus seinen Bericht machen. Nein, bei mir hieß es: Blende 8 und immer nah dran sein. Ich fotografierte alles was ich nicht kannte: Zerfallende Häuser, bauchige Milchflaschen, Prinz-Heinrich-Mützenträger und drollige Schaufenster. Alles natürlich in strengem Schwarz-Weiß auf ORWO-Film. Und natürlich: Krankenschwestern, Essenskübel und wiederverwendbare gläserne Spritzen. Denn ich war ja eigentlich in dieser Zeit festangestellter Krankenpfleger an der Karl-Marx-Universität Leipzig.

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Manchmal wurde mein Möchtegern-Journalismus auch gefährlich. Auf dem DSU-Parteitag (kennt die noch jemand? War ein CSU-Ableger) wollten sie mir den Film rausreißen, weil ich fotografiert hatte, dass die Delegierten von den Bayern tatsächlich mit Bananen in die Leipziger Oper gelockt wurden. Eimal musste ich auch Fersengeld geben. Da waren mit der Parole „Wir sind ein Volk“ die ersten Nazis auf den Montagsdemos aufgetaucht. Ich hatte einen roten Schal. Das reichte ihnen, um mich als „Roten“ durch die Stadt zu jagen. Ein Kollege kam ins Krankenhaus.
Jahre später zeigte ich die kleinen Bilder mit dem weißen Rahmen drumrum (ich hatte sie vor Ort in Leipzig abziehen lassen) einer Freundin, die ich damals kennengelernt hatte. Oh Gott, sagte sie, du hast in einer ganz anderen Stadt gelebt als ich.

Und jetzt? Jetzt war ich auf ebay-Kleinnanzeigen und nur noch eine Klick von einer neuen Fotografen-Karriere entfernt. Jetzt musste es schnell gehen. Mein Kopf sprudelte über vor neuen Ideen. Wäre es nicht eine gute Idee, nach 30 Jahren noch mal nach Leipzig zu fahren und sich an den alten Plätzen umzuschauen? Hatte eigentlich schon mal jemand eine Fotoreportage über mein Heimatdorf gemacht…? Magisches Denken nennen das die Psychologen, wenn ein Kind denkt, durch eine Maske oder einen Gegenstand tatsächlich ein anderer zu sein oder unbegrenzte Möglichkeiten zu haben. Und anscheinend hat sich bei mir viel Kindliches erhalten. Meine Jungs sind Ritter, wenn sie einen Stock in der Hand halten. Und ich glaubte wirklich, dass ich  für meine Verwandlung vom Hobbyknipser zum gefeierten Lichtbildner nur noch eins brauchte: Das Objektiv des Herrn K.
Das Geld hatte ich schon überwiesen. Ich war sicher, dass der Mann mit den gepflegten Händen zuverlässig handeln und noch am gleichen Tage zur Post gehen würde. Täglich schaute ich in den Briefkasten. Und täglich gab es einen Stich in mein Herz wenn ich wieder in die Leere blickte. Nach einer Woche schrieb ich Herrn K an. Zurück kam eine knappe Zeile „Bin noch in Ferien“ Ohne Punkt. Unglaublich! Diese Frechheit. Mein künftiges Leben hängt an einem seidenen Faden und der gemächliche Herr Ost-Rentner (so stellte ich ihn mir vor) fährt in Ferien. Eine Woche später hatte sich Herr K ausreichend erholt, um mir zu schreiben „Paket wurde heute versendet“  Hallelujah, es gab wieder Hoffnung in meinem Leben. Aber als wieder eine Woche später immer noch nichts da war, überlegte ich ernsthaft, mich ohne Abholschein in die lange Schlange in der Weddinger Postfiliale anzustellen, um einfach mal anzufragen, ob da was für mich wäre. Denn es konnte ja nur so sein, dass der Bote vergessen hatte, den Zettel einzuwerfen. An Herrn K zweifelte ich keinen Moment. Oder doch? Wieder schrieb ich ihn an. Nach Tagen kam die Antwort „Das Paket kam zurück“ Das war der erste Moment, an dem ich dachte, dass bei Herrn K etwas nicht stimmte. Es dauerte wieder eine Woche, ich war nur noch ein Schatten meiner selbst, als die verzweifelte Nachicht kam: „Können sie mir nochmals ihre Adresse senden“ In mir brach eine Welt zusammen. Seit einem Monat machte ich meine Zukunft von einem Mann abhängig, der offensichtlich Alzheimer hatte, oder Schlimmeres. Nie hatte ich jemandem so vertraut. Nie wurde ich so enttäuscht. Ich gab ihm noch einen Tag und dann noch einen. Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass es nichts mehr werden würde mit mir und Herrn K.
Innerhalb von zwei Tagen habe ich mir dann das Objektiv für wenig Geld bei einem professionellen Online-Händler besorgt. Ich fühlte mich ein wenig wie ein Verräter an meinen eigenen Träumen und  fürchtete dass es mit diesem Ersatz nicht so wunderbar werden würde, wie ich es mir mit dem Objektiv des Herrn K vorgestellt hatte. Aber alles funktionierte tadellos. Ein ganzes Wochenende spielte ich mit Blenden und Belichtungszeiten. Konnte von der Schärfentiefe und Tiefenschärfe nicht genug kriegen. Fotografierte die frühen Knospen in meinem Hinterhof und meine Jungs, ohne dass sie es merken und mir die Zunge rausstrecken konnten. Es ist wie früher. Nur schöner. Was hätte ich in Leipzig dafür gegeben, mit einem Knopfdruck von Schwarz-Weiß auf Farbe wechseln zu können, als vor den grauen Fassade zerbröckelnder Altbauten eine alte Straßenbahn auftauchte, auf der in bunten Buchstaben stand „Farben überall“.

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Nur einmal meldete ich mich noch bei Herrn K und forderte mein Geld zurück. „Aber sie haben mir doch nie Ihre Adresse geschickt“, kam es kläglich zurück. Herr K war für mich ein Teufel – aber ein armer.

 

Nachtrag: Heute, am Freitag, den 13. – nach sechs Wochen- kam tatsächlich ein Päckchen von Herrn K. Ich brauchte etwa eine Viertelstunde, um zum Kern der Sendung vorzudringen. Das Objektiv war verpackt als seien es die Kronjuwelen. Eingewickelt wie eine ägyptische Mumie in mehrere Schichten Küchenkrepp, Kreppklebeband, Textilklebeband und Allzweckkleber und gepolstert mit einem zerschnittenen Spülschwamm kam eine kleine Pappschachtel zum Vorschein, auf der stand mit dünner, sauberer Schrift meine Adresse. Herr K hatte tatsächlich schon einmal versucht, mir das Objektiv zuzuschicken, war aber anscheinend an den Mindestmaßen der Post gescheitert. Ich bin gerührt.

 

 

 

Dicke Hintern

Der Fotograf schaut mich von unten mit seinen braunen Hundeaugen an, als ich mich im grellen Neonlicht Schicht für Schicht vor ihm entblättere. Er ist nicht wirklich interessiert und kümmert sich lieber um die Kleine mit dem dunklen Bob, die aufgeregt vor einem Bildschirm steht. Sie scheint nicht zufrieden zu sein mit dem Shooting, das er mit ihr gemacht hat. Flott sieht sie aus, hat Fön und Schere in den Händen, mit denen sie wie mit Pistolen in die Luft zielt. Das ganze „Foto Image“-Studio ist voll von solchen kreativen Bildideen des Künstlers. Eine schwarze Schwangere mit einem Sprühsahneherz auf dem prallen Bauch, eine Frau im weißen Hochzeitskleid, die sich pathetisch über eine Parkbank wirft, während sie die Hand ihres erstarrten Bräutigams hält. Solche Bilder. Sie füllen den Raum und laufen in Dauerschleife auf dem Bildschirm. Der Fotograf redet mit seiner Kundin was auf Türkisch, dann fallen sie ins Deutsche. Erst als ich Schal, dann Helm, dann Mütze ausgezogen habe, bemerkt er mich und grunzt ein Geräusch des Wiedererkennens. Es ist sein Recht, sich gleich wieder schlecht gelaunt hinter seinem Monitor zu vergraben, denn keiner erkennt seien wahre Meisterschaft und ich will auch nur Passfotos.
„Wird das ein Prospekt für Ihren Friseursalon?“, frage ich die Frau neben mir, um ein bisschen Konversation zu machen, bis der Meister geruht, nach meinen Wünschen zu fragen. „Nein, sagt sie, ich bin mobile Hundefriseurin. Aber ich habe auch ein Zimmer bei einem Tierarzt. Und da soll jetzt das Foto hin…“ „Damit ihre Kunden sehen, dass sie nicht beißen“, ergänze ich, verwundert über meinen Sprachwitz kurz nach Feierabend. „Ist das hier im Wedding?“ „Nee, im Wedding gibt’s ja nicht mehr so viele Deutsche. Und Türken haben kaum Hunde.“ Bevor ich richtig anfangen kann, Smal Talk zu machen, kommt der Fotograf wie eine schlecht gelaunte Kröte hinter seinem Tresen hervor. Es ist klar, dass er jetzt bald den Laden zumachen will. „Zufrieden?“, macht er eine Kopfbewegung  zu der Frau hin. Sie nickt. „Du hast wenigstens meinen Leberfleck im Gesicht gelassen. Ich war bei einem anderen, der hat auf dem Foto alles weggemacht. Als ob das was Schlechtes wär. Das gehört doch auch zu mir.“ „Da warst du bei einem Türken“, erhebt der Meister belehrend seine Stimme. „Die machen alles mit einem Klick weg, das ist ein Programm, da drücken die nur einmal drauf. Geh nicht zu Türken.“  Und es ist klar, dass es für ihn billige Türken gibt, und gute Türken, so wie ihn. „Ich bin doch selber Ausländerin, kommt es zurück. Aber die haben nicht gefragt. So ein Leberfleck ist doch schön, oder?“ Sie blickt mich fragend an. „Ja,“ sag ich,  war früher sogar Mode, sich Schönheitsflecken ins Gesicht zu kleben.“ „Jetzt sind dicke Hintern Mode“, kommt es von der anderen Seite des Tresens. Die kleine Frau nickt. „Mit so was kleinem wie meinem, guckt dich keiner mehr an.“ Der Fotograf erklärt mir das neue Berliner Schönheitsideal. „Da hatte ich die Tage eine schwarze Frau, und die haben ja sowieso schon…“ Er macht mit seinen Händen die Geste einer aufgehenden Sonne. „Aber die sagte: Kannst du das nicht so machen, dass es ein bisschen nach mehr aussieht, sonst gefällt das meinem Freund nicht.“

Dann winkt er mich in sein Atelier, das nur durch einen Glasperlenvorhang vom Laden geteilt ist, sagt mir, wie ich biometrisch schauen soll und knipst ein paar Mal. Kommentarlos gibt er den Druckauftrag in die riesige Entwicklermaschine hinter sich. Auf den Bildern, die sie ausspuckt, sehe ich aus wie ein Typ aus „Breaking Bad“ und das sage ich dem Meister auch. „Reicht jetzt“, zischt er, nimmt meine 10 Euro und schließt die Ladentür hinter mir zu.

No go aereas

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Berlin Wedding ist wirklich ein einladender Ort. Überall gibt es Neues zu entdecken und alle Türen stehen einem offen. Ich lebe gerne hier und es ist ja auch alles so schön bunt. Aber es gibt Orte, die würde ich selbst am hellerlichten Tag nicht betreten.

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Hier zum Beispiel möchte ich nicht tot über’m Zaun hängen. Neuerdings ist das eine   Location, die  „Silent Green“ heißt. So wie das grüne Zeug in dem Film „Soylent Green“, das aus Leichen gemacht wird. In den unterirdischen, fensterlosen Leichenhalle wird Kunst gezeigt.  Was aus den Besuchern gemacht wird, will ich gar nicht wissen.

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Im Krematorium sind die Leute wenigstens richtig tot. Aber wer diese Treppe hinunter geht, trifft Zombies – lebende Tote, mit oder ohne Telefon vorm Gesicht. Die U6 ist ein Gesamtkunstwerk. Die Gestalten, der Mief und der Krach… Wer für nur 2,90 Euro mal Geisterbahn fahren will, ist hier genau richtig.

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Wo wir’s gerade von lebenden Toten haben. Im Wedding hat auch die Berliner SPD ihre Zentrale….

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Nee, war ’n Scherz. Bei der SPD siehts so aus. War ich aber auch noch nie drin.

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Hier übrigens auch noch nicht. Obwohl es hier auch schön rot ist und die Tür Tag und Nacht offen steht.

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Dieser freundliche Mann hat mich auch gleich eingeladen. Das Foto sollte mich ein Fässchen Schultheiss Bier kosten.

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„Die Tür mach auf, das Tor mach weit…“ Die Christen am Leopoldplatz kümmern sich um die Menschen, die gerne mehr als ein Schultheiss trinken.

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Und wenn das Bier mal alle sein sollte: Der Spätkauf hat immer auf.

 

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Man konnte auch im Wedding abends natürlich auch mal etwas Anständiges machen. Aber diese Schule hat nur noch ein Buch – und das ist die Getränkekarte.

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Und das war auch mal eine gute Schule, auf die ich gerne meine Kinder geschickt hätte. Und weil zu viele Eltern davon gehört hatten, dass es eine gute Schule ist, kamen viele Kinder. Und dann kamen die Container. Dass der Senat mit den Containern auch gleich mehr Lehrer geliefert hat, glaub ich nicht.

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Für mich gibt es jetzt nur noch eine Tür durch die ich gehen möchte. Mein Kietz-Café. Nicht schön von aussen, aber…

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Einen schönen Abend wünsche ich euch.