Hitze

Samstagnachmittag in der Müllerstraße. Nur wenige Menschen sind auf der Sonnenseite unterwegs. Das Weltmeisterschaftsfahnenmeer vor dem Müller-Shop weht matt in einem heißen Wind, der keine Abkühlung bringt. Jeder BVG-Bus, der vorbeikommt, wirft einen neuen Schwall von Dieselabgasen und heißer Abwärme auf die Passanten.

Die Bauarbeiter an der Dauerbaustelle neben der Schiller-Bibliothek haben sich auf dem seit Jahren abgesperrten Trottoir eine private Plansche gebaut, in der kalkiges Wasser dümpelt.

Die richtige Plansche für die Kinder im Schillerpark ist kaputt. Reparatur kann dauern, sagt das Bezirksamt. Aber die Kinder wissen sich zu helfen. Vor dem Bolu-Supermarkt sprüht der alte, wettergegerbte Verkäufer mit einem Gartenschlauch den Gehweg ein, um sein Gemüse abzukühlen. Unentschlossen stehen ein Junge und ein Mädchen vor dem schnurrbärtigen Mann. Dann trauen sie sich, in den gesprühten Nebel hinein zu springen. Sie lachen, hüpfen hin und her, aus dem Wasser raus und wieder rein. Der Verkäufer macht das Spiel mit, bis die Kinder von ihren Eltern weiter gezogen werden.

Als Nächster kommt schon der Verkäufer-Kollege in der blauen Schürze und hält dem Alten das Gesicht hin. Vorsichtig streicht er von Weitem mit seinem Wasserstrahl über Gesicht und Arme des Mannes. Ein kleines Mädchen mit Sommerkleid und hellem Strohhut steht mit seiner Mutter schüchtern daneben. „Willst du auch mal?“ fragt der Verkäufer. Das Kind nickt. Aber da kommen nur noch ein paar Tropfen aus dem Schlauch und laufen über seine blassen Beine. Enttäuschte Kinderaugen sehen den Verkäufer stumm an. Der lacht und drückt auf den Vernebler und das Kind steht in einem kühlen Tropfenvorhang und dreht sich.

Unter den Brücken

Karen Hellqvist beim Musik-Parcours „spreeklänge“ unter der Rohrdammbrücke, Berlin 2026

Die Kunst ahnt vieles voraus, aber die Kunst kann auch nicht alles wissen. Deswegen war es von der Berliner Akademie der Künste zwar sehr vorausschauend, den Musikparcours spreeklänge am heißesten Wochenende des Jahres direkt ans Wasser und unter die schattigen Spreebrücken zu legen, aber sie konnte auch nicht ahnen, dass der träge dahinfließende Fluß an dem Abend so aufgeheizt sein würde, dass er an manchen Stellen unangenehm nach Kloake zu riechen begann.
Das verdarb mir und meinem Freund, der mich aus meiner kühlen, abgedunkelten Wohnung gelockt hatte, aber die Freude nicht. Auch wenn die Veranstaltung einen Weg vorgab, den ich mir vor Jahren schon mal selbst erkundet hatte, war ich neugierig. An jeder der 12 Stationen hatten sich die Künstlerinnen und Künstler etwas Überraschendes einfallen lassen. Neue Klänge, auffällige Kostüme und viel Musik auf dem Wasser. Und nicht nur, weil ein Teil des Weges durch den Park von Schloss Charlottenburg führte, konnte man sich dabei fühlen wie ein Fürst, dem am Sommerabend zur Zerstreuung vielfältige Lustbarkeiten geboten wurden. Es war ein sehr exklusives Vergnügen, auch, weil nur einige wenige Entschlossene sich zu einer Reise durch die Gluthitze der Stadt an die grünen Ufer der Spree hatten aufraffen können, um neue Kompositionen und Performances rund um das Thema Wasser zu goutieren. Der Biergarten Caprivi gegenüber unserem Startpunkt im Rosengarten war deutlich besser besucht. Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Wer hat das noch mal gesagt?

Dafür wars bei uns abwechslungsreicher. Viel lustiges Geschnatter in den Gruppen, die sich bei den Veranstaltungsorten einfanden, wissendes Lächeln, entzücktes Lauschen und erstauntes Fragen. Oft war nicht klar ob man da nur eine Gruppe Jugendlicher sah, die an freigetrampelten Uferstellen in einem industriellen Randgebiet chillten und dabei auf kleinen Flöten bliesen, oder ob das eine „Klangstation“ war, „ein zeitgenössisches Ritual der Ko-Präsenz, in dem das Zuhören zu einer relationalen Praxis wird und die Landschaft als Mitautorin fungiert.“, wie es die Komponisten im Informationsblatt selber beschrieben. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Kunst kann für mich banal wirken, nichtssagend oder unfreiwillig komisch. Aber immer bewundere ich die Ernsthaftigkeit, mit der versucht wird etwas Neues zu wagen. Und eine Klasse von Gymnasiastinnen und Gymnasiasten dazu zu bringen, ihre Instrumente selber zu bauen und drei Abende hintereinander dazu zu bringen, mal was anderes zu machen als auf ihre Smartphones zu schauen, das ist auf jeden Fall eine Kunst. Ich weiß, wovon ich rede.

Was mir sehr gefallen hat, war der Auftritt des Chors der Künste unter der Rudolf Wissell-Brücke. Zehn Boote mit dreißig Frauen in weißen Gewändern, die in einer aufwändigen, genau abgestimmten Choreografie einen Klagegesang anstimmten, der sogar den Verkehr auf der Autobahn übertönte. (Laut Prospekt ein magisches TUTTI-Ereignis, das Kollektivität, Rationalität, Schönheit, Mut und Universalität wieder zusammensetzt). Dass die mächtige, geschwungene Autobahnbrücke akut einsturzgefährdet ist, wie mir mein Freund ins Ohr raunte, machte den Kunstgenuss noch ein bisschen prickelnder. Aber mein absoluter Favorit war „two hands, two bows (one man in a boat) von Stefan Froleyks. Halb versteckt in der Vegetation saß ein Mann in einem Ruderboot, festgemacht am Spreeufer, während ganz in der Nähe die S-Bahn vorbeidonnerte. Froleyks spielt, unter einem Anglerschirm sitzend, die „Saitenwanne“. Ein selbstgebautes Instrument aus einer Zinkwanne, die er in eine Art Kontrabass verwandelt hatte, dessen Saiten er mit zwei Bögen bearbeitete. Minimalistische Musik + S-Bahn. Ich applaudierte, als er mal eine Pause machte. Der Künstler dankte, die anderen Zuhörer schauten seltsam. Macht man wohl nicht.

Zum Schluss noch was zum Thema „Ko-Präsenz“ und „relationale Praxis“: Der größte Teil der Strecke ging durch ein Kleingartengelände und ich fand es wunderbar, wie die Laubenpieper und die Künstler miteinander auskamen. Mancher stellte eine Kiste frisch gepflückte Kirschen an den Weg für die man in eine „Kasse des Vertrauens“ nach Belieben etwas einwerfen konnte, manche verkauften Honig und keiner sagte was wegen Ruhestörung, als die sechs „Maulwerker“ ununterbrochen und lautstark ihre „Verspre(e)chungen rezitierten. Aber vielleicht sind sie ja auch schon einiges gewohnt. Denn all die sensiblen Klanginstallationen und Stimmperformances wurden ständig von den hämmernden Soundanlagen der Ausflugsdampfer übertönt, die mit wummernden Roland-Kaiser-Klängen die Spree für sich beanspruchten.

Aufforderung zum Tanz

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Fête de la musique: Ein wunderbar warmer Sommerabend. Auf dem Parkplatz des Centre Français in Berlin spielt die letzte Band. Der Platz vor der Bühne ist voll. Mit wilder Polka und Balladen, mal mit deutschen, mal mit französischen Texten hat „Drückerkolonne“ die Leute in Bewegung gebracht. Aber das reicht dem Sänger nicht. Er teilt das Publikum nach links und nach rechts auf. Und dann sollen sich in dem frei gewordenen Raum in der Mitte Pärchen finden, sich einhaken und sich drehen.
Vor mir will eine kleine Frau mit weißen Haaren ihren baumlangen, stämmigen Gatten zum Tanz auffordern. Aber der steht stocksteif da und hält sich an seinem Bierbecher fest. Sie schwingt schon mit der Musik und lässt sich nicht lange bitten: Ein Lächeln, ein angebotener Arm und schon drehen wir uns mit allen anderen auf dem Platz – mal linksrum, mal rechtsrum.
Das Glück ist kurz. Kaum haben wir aufgehört zu tanzen, spüre ich von hinten die schwere Pranke ihres Mannes auf der Schulter. Kurz ist mir flau, denn dreht er mich mit seiner kräftigen Hand zu sich um. „Dit is Wedding!“, raunt er mir mit schwerer Zunge kumpelhaft zu und kreist mit dem Bierbecher rüber zu dem tanzenden Volk. „Dit is Wedding!“ stimme ich erleichtert ein, als ich weiß, dass er mir nichts Böses will.

So lernt man hier seine Nachbarn kennen.

Diamant am Straßenrand

Ich repariere mein Moped auf dem Gehweg vor der Haustüre. Hatte einen blöden Unfall vor ein paar Tagen an der Ecke wo das Spielcasino ist. Der Mann im Kleinwagen vor mir sieht einen Kumpel in der Kneipe auf anderen Straßenseite, haut in die Bremsen und zieht links rüber. Ich knalle hinten drauf. „Ich hab doch geblinkt“, schreit der blasse, dünne Kerl, der aus dem Auto springt. „Du bist rübergezogen ohne zu blicken“, schrei ich zurück. „Hol doch die Polizei, die wird dir sagen, wer hier schuld ist.“ Ich fotografiere sein Nummernschild. Das übliche Gezeter. Plötzlich steht sein Freund aus der Kneipe neben ihm. Breitschultrig, dunkler Bart, hängende Arme. „Kann ich helfen?“, fragt er. Und er will mich wohl wirklich nach Hause fahren. Der Fahrer will dafür, dass ich das Foto lösche. Irgendwas ist hier faul, aber: zwei gegen einen. Ich sehe zu, dass ich das Moped wieder ans Laufen kriege und fahre weiter. Meine Söhne warten, dass ich sie vom Sport abhole.
Jetzt sitz ich hier mit dem Schaden. Ich habe den Scheinwerfer ausgebaut, kneife ein Auge zu und halte die Glühbirne prüfend gegen den wolkenlosen Himmel. Die ist hinüber. „Wie ein Diamant“, höre ich jemand hinter mir sagen. Ein junges arabisches Pärchen geht mit seinem Kinderwagen an mir vorbei. „So prüft man einen Diamanten“, ruft der junge Mann über die Schulter zu und lacht aufmunternd. Der Autoteileladen am Ende der Müllerstraße verkauft mit einen neuen Diamanten für 5,90 Euro.

Vorbei! Ein dummes Wort

In Weimar ist sogar das Freibad schön. Es ist nagelneu, großzügig angelegt und es ist ausnahmsweise nicht nach Goethe- Schiller- Liszt- Herder- oder J. S. Bach oder dem Bauhaus benannt, wie sonst alle öffentlichen Einrichtungen in der Stadt. Es heißt einfach Schwanenseebad. Dabei war Tschaikowsky gar nicht hier. Die Schwimmringe im im Nichtschwimmerbecken sind schwarz, rot und gelb und weil Weimar ja auch Ort der Nationalversammlung der gleichnamigen Republik war, und auch dafür natürlich auch ein Museum hat, fällt es schwer, nicht auch darin etwas Symbolisches zu sehen. „Ach Gott ist das beziehungsreich, ich glaub, ich übergeb mich gleich.“ (Robert Gernhardt). Für meine Jungs ist vor allem der Sprungturm die Herausforderung. Trauen sie sich vom 5er oder gar vom 10er? Deshalb sind wir hier, weil mein Älterster mir jedesmal wenn wir im Urlaub ins Schwimmbad gehen, zeigen will, dass er sich das traut – und weil er weiß, dass ich das mitmache. Wegen Goethe auch, denn der hat Geburtstag und wegen Faust, denn der wird das ganze Jahr gefeiert. „Aber sie wollen mit den Kindern doch nicht nach Buchenwald?“ fragt der schmierige Jugendherbergsvater mit dem Froschblick gleich zur Ankunft und ich weiß nicht, wie er das meint. Immerhin sind wir hier im AfD-Höcke-Land Thüringen. Ich beschließe ihm zu mißtrauen und werde bestätigt, als ich merke, dass wir in dem natürlich wunderschönen Haus (Bürgervilla aus den 20er Jahren) die Dachkammer bekommen haben. Immerhin verrät er uns, dass der schönste Weg in die Stadt über den historischen Friedhof geht auf dem natürlich kein Geringerer als der Dichterfürst selbst begraben liegt. Die Jungs murren, nicht wegen der Historie, sondern wegen der vielen Bewegung (und weil Google-Maps einen anderen Weg vorschlägt). Aber dann lesen sie doch interessiert die Namen auf den bemoosten Grabsteinen. Außerdem habe ich eine Wette verloren und versprochen, sie in der Stadt einzulösen. Es ging um Schach. Ich hatte meinen guten Namen und 50 Euro darauf verwettet, dass wir in der Jugendherberge ein Schachspiel ausleihen könnten und wir deshalb unseres nicht von Berlin durch die halbe Republik schleifen müssten. Was im Ansatz richtig war, denn durch die Tücken der Deutschen Bahn mussten wir unsere schweren Koffer noch vor dem Losfahren mehrere Bahnsteige hoch und runterschleifen und in Erfurt beim Umsteigen gleich das Spielchen nochmal. Aber in dem edlen Eichenschrank, in dem sich die lieblose Spielesammlung der Herberge befand, befand sich nicht der Klassiker aller Spiele. Und das in Weimar. Dafür hatte die wohlsortierte und erstaunlich große Spielwarenhandlung in der Altstadt gleich fünf Varianten, was mich und die Jugend völlig überforderte (Mein Älterster schlug vor, noch mal bei Amazon zu checken, und sich das Spiel in die Herberge liefern zu lassen, was ich ablehnte.). Also gingen wir erst einmal auf dem Marktplatz ein Eis essen. Aber was ist Eis essen ohne Schach? Also schickte ich die hibbeligen drei Jungs mit einem Schein und dem Versprechen, sich in den Winkeln der Altstadt nicht zu verirren zurück zum Laden. Ich war schon mit dem Kaffee fertig, da kamen sie zurück. Sie hatten es tatsächlich geschafft, sich zu einigen und im Budget zu bleiben. Ein schönes, hölzernes Reiseschach aus Indien. Ich verlor drei Mal hintereinander, bevor wir endlich weiter konnten. Ich wollte in den Park an der Ilm, dem kleinen Flüsschen, das neben dem Schloss entlang plätschert. Und da passierte was ich mir bei der Vorbereitung der Reise vorgestellt hatte: Meine Jungs rannten runter zum Wasser, zogen die Schuhe aus und sprangen über die rutschige Staustufen. Die Sonne schien, das Wasser glitzerte und einer fiel rein, nass bis zum Hosenboden und lachte. Huckelberry Finn- Momente.

Den ganzen Nachmittag vertrödelten wir in dem, natürlich wunderschönen, Park, besuchten Goethes Gartenhaus und auf dem Rückweg kamen wir an einem sowjetischen Soldatenfriedhof vorbei, was mich ja immer interessiert. Vorher hatten wir über mein biblisches Alter und darüber gesprochen, was sich denn als Geschenk für meinen nächsten Geburtstag eignen würde. „Du bekommst von uns einen Grabstein.“, schlug mein Jüngster vor. Das war mein schönstes Ferienerlebnis.

Die Wespe

Es ist schön, Besuch zu haben. Auf der Terrasse des ehemaligen Terrassencafés Minsk in Potsdam (jetzt: Kunsthaus DAS MINSK) bin ich der einzige Mensch, der sich nach dem Regen hinaus getraut hat. Und sie ist die einzige Wespe hier. Wir beide können es gut miteinander aushalten. Aber während ich nichts anderes zu tun habe, als an einem Samstagnachmittag meinen Americano (wenn Erich das wüsste) mit Milch zu trinken und den Blick auf den goldenen Kuppeln der Stadt ruhen zu lassen, ist sie eifrig. Die leere Tasse und das halbleere Milchkännchen werden unablässig untersucht. Zwischendrin werden die Fühler geputzt und wieder ein neuer Anlauf zur Nahrungssuche gesucht. Vorsichtig balanciert sie auf dem Rand der Kanne, ohne vor Gier hinein zu fallen. Ein kluges Tier. Anscheinend findet sie dort genug, um sich mit Eiweiß zu versorgen, das sie zu Hause gleich an die Larven verfüttern kann. Schwer schleppt sie am dicken Leib hinter der Wespentallie. Ob sie genug Luft kriegt? Und ist das fair? Dass sie sich so abrackern muss, um ein Bisschen von dem zu bekommen, was ich mir gerade für ein bisschen Kleingeld von der Theke geholt habe? Na ja, Kleingeld: 3,50 Euro. Im Prospekt zur Renovierung des Cafés war auf einer Speisekarte aus den 1970ern zu lesen, dass hier ein Kännchen Kaffee – es gab nur Kännchen – mit Milch und Zucker 1,90 M kostete. Offizieller Wechselkurs zur D-Mark war 2:1; dann wieder 2:1 von D-Mark in Euro. Also habe ich gerade 14 M für eine Tasse Kaffee gezahlt. Dafür war es echter Bohnenkaffee und kein Mokka Fix, dafür ist die Terrasse frisch renoviert, ich muss nicht mehr auf den Kellner warten, der mich „platziert“ und über mir, am Brauhausberg, in der dunkelroten Festung sitzt nicht mehr die Kreisleitung der SED, nicht mehr der Brandenburgische Landtag sondern Hasso Plattner, einer der Gründer von SAP, der wertvollsten Software-Firma Europas, der draus jetzt eine Hochschule für Wirtschaft und Recht machen will. Also für das Recht der Wirtschaft, würde ich mal vermuten. Das Café gehört ihm jetzt auch, oder seiner Stiftung. Dafür darf ich mir jetzt hier seine Sammlung von DDR-Kunst anschauen. Ist doch ein guter Deal, oder? Samstagsnachmittagsgedanken.

Die Wespe ist immer noch da. Anscheinend hat sie noch nicht genug zusammen bekommen für ihre Königin und deren Brut. Wer hängt eigentlich noch von dem ab, was ich übrig lasse? Wer arbeitet für mich, damit ich hier in Ruhe in die Luft schauen kann? Das Treppenhaus muss ich nicht putzen am Wochenende, das erledigt immer eine junge Frau mit Kopfhörern auf den Ohren, von der ich vermute, dass sie Ukrainerin ist. Die Wiese hinter dem Haus muss ich auch nicht mähen, und auch nicht das Laub harken, obwohl mir das mal gut täte. Das macht drei Mal im Jahr ein Trupp Gartenarbeiter, die sich ihre Stullen selber mitbringen. Mein Moped repariert eine Werkstatt in Neukölln… Und wer kümmert sich um meine Brut? Ich gerade nicht.
Oh Gott, ich bin eine überflüssige Drohne ohne Stachel. Bei den Wespen sterben diese trägen Kerle, die von den Arbeiterinnen versorgt werden, im Herbst, wenn Königin ausfliegt, um ein neues Nest zu gründen. Ich schaue auf die Eifrige, die immer noch am Milchschaum kratzt. Gottseidank, sie will Eiweiß. Das sammeln Wespen nur im Sommer (so weiß ich jetzt auch, welche Jahreszeit sich gerade unter der Dauerregendecke verbirgt). Im Herbst gehen sie dann auf Obst und Süßes, um selber wieder Energie zu sammeln. Ein paar Monate habe ich also noch. Wenn die Wespen an meinen Pflaumenkuchen gehen, wird es gefährlich für mich.

Mein kleiner grüner Kaktus

War ein wildes Wochenende. Fing damit an, dass mein Sohn, jetzt 13, zum ersten Mal allein mit der S-Bahn zu mir gekommen ist. Na ja, fast. Eigentlich muss man drei Mal umsteigen, und bevor er mir dabei verloren geht, hab ich ihn beim ersten Umsteigebahnhof abgeholt. Aber immerhin. Ein erster Schritt. Für ihn und für mich. Und als wir am nächsten Tag von der Bibliothek kommen ist auf dem Sportplatz in unserem Viertel ein Fußballfest. Der 3. Africacup Berlin. Stand nirgendwo – außer bei Instagram, aber da bin ich nicht. Aber eine Menge los. Alles junge Leute mit afrikanischen Wurzeln. Und obwohl das Viertel in dem ich wohne das Afrikanische Viertel ist und an der Afrikanischen Straße liegt, habe ich noch nie so viele schwarze Menschen meinem Viertel gesehen. Und so gut gelaunt. Fußball war Nebensache (ist es sowieso), es war mehr Party und ein stolzes Zusammenkommen der Community. Damit das alle in meinem Viertel erfahren bin ich schnell nach Hause und hab meinen Fotoapparat geholt. Dann habe ich den Jungs am Eingang gesagt, dass ich von der Presse bin und wir haben VIP-Bändchen bekommen, in Gold, mit dem Buchstaben VIP drauf. Das hat meinem Sohn natürlich gefallen. Ich hab wild geknipst aber das Eigentliche hab ich mich nicht getraut: Die vielen unterschiedlichen Gesichter. Ich hätte fragen müssen, die Spieler und die Spielerfrauen, die Köche an Ständen mit den frittierten Kochbananen und den Fischen. Hab ich aber nicht. Aber ein bisschen Atmo kommt hoffentlich doch rüber.

Dann hat es angefangen zu regnen und wir sind nach Hause gegangen. Ich hab den Artikel für unseren Kietz-Blog getippt und mein Sohn hat die Comics gelesen, die er aus der Bibliothek mitgebracht hat. Dann haben wir die Kochbanane gebraten, die wir uns mitgenommen hatten. Mein Sohn hat sie tapfer probiert und ich hab den Rest gegessen – mit Pflaumenmus, passt ganz gut mit den ganzen Nelken und dem Zimt dadrin. Nächsten Tag sind wir ins Kino gegangen in einen Zeichentrick über Außerirdische, die dicke Panzer anhaben aber darunter kleine Würmer sind. Im Kino lernt man was fürs Leben. Mein Sohn hat gelernt, dass er beim nächsten Mal nicht wieder einen ganzen Eimer salziges Popcorn bestellt, den hat er nämlich doch nicht geschafft. Ich hab ihn dann wieder in die S-Bahn gesetzt und bin zu meiner großen Tochter gefahren. Die wohnt in Neukölln, das ist am anderen Ende der Stadt, aber was macht man nicht alles. Sie hat gesagt, ihr Fahrrad sei kaputt. Also hab ich Werkzeug eingepackt. Aber als ich angekommen bin, ging es gar nicht um das Rad, sondern um die IKEA-Küche, die sich über eBay gebraucht gekauft hatte. Aber das war keine Küche sondern eine Ansammlung von weißen Würfeln aus Presspappe und Blech. Aber sie hat gewußt, wie das zusammengehört. Und obwohl ich noch nie eine Küche zusammengebaut habe, und obwohl wir uns erst mal bei der Nachbarin mit den zottligen rotgefärbten Haaren eine Wasserwaage leihen mussten (meine Tochter dachte, das geht auch mit dem iPhone, ging aber nicht) haben wir das in zwei Stunden so einigermaßen hingestellt. Wir waren richtig stolz auf uns. Das Fahrrad haben wir auch noch repariert und ich hab meiner Tochter die Luftpumpe dagelassen, denn Luft war das Einzige was fehlte. Dann bin ich noch zu meiner ehemaligen Kollegin nach Kreuzberg gefahren, das ist um die Ecke, die in der SPD ist. Wir haben eine Flasche Sekt geleert und uns überlegt, wie das weitergehen kann mit der SPD. Ich bin nicht in der SPD, aber wir haben viele Jahre zusammen politisch gearbeitet, und wenn man helfen kann… Wir sind aber auf keine Idee gekommen auf die nicht Frau Reichinek oder Frau Wagenknecht auch schon gekommen sind. Trotzdem bin ich nach Mitternacht ziemlich fröhlich zurückgeradelt. Auf der Friedrichstraße war die Polizei noch dabei, die letzten Herumtreiber von „Rave the Planet“ zusammen zu sammeln, die auf einem Baugerüst des ehemaligen Kaufhauses Lafayette turnten. Ich glaube, ich habe da nix verpasst.

Und warum kleiner grüner Kaktus? Weil ich, als mein Sohn auf dem Sofa seine „Brainrot“-Filmchen geguckt hat, einfach auf mein Balkon gegangen bin. Da steht ein Blumentopf in den ich ein Tütchen Wiesenblumen gesäht habe, die ich mal als Werbegeschenk vom Behindertenbeauftragten der Bundesregierung geschenkt bekommen habe – nicht persönlich natürlich, aber sein Logo und der Bundesadler waren auf der Verpackung. Nicht alles was die Regierung säht, gedeiht, aber die Blumen stehen mittlerweile in voller Blüte – immer eine Sorte nach der anderen. Und weil die Schönheit so vergänglich ist, habe ich meine Kamera genommen, das Objektiv verkehrt herum draufgeschraubt (so kriegt man ein improvisiertes Makro-Objektiv- hab ich bei You Tube gelernt) und bin ganz nah dran gegangen. Man muss sich ein bisschen konzentrieren und etwas Geduld haben, aber das ist ja das Entspannende. Ich mag es, wenn die Bilder etwas enthüllen, was mit bloßem Auge nicht zu sehen ist, eine eigene Welt und es gefällt mir auch, dass die Blüten, anders als die Smartphone-Fotos, ein bisschen unscharf werden, und wirken wie eigene Wesen. Na ja, schaut selbst.

Micky Maus im Wedding

Abends um sieben an einem warmen Sommertag an den klapprigen Tischen vor dem Eiscafé Kibo in der Transvaalstraße. Neben mir sitzen drei junge Pärchen an einem Tisch, die laut arabisch sprechen. Nebenan vor der Shisha-Bar kichern breitschultrige, kahlköpfige Männer bei einer Wasserpfeife über ihre eigenen Witze. An uns vorbei Richtung Müllerstraße ziehen Gruppen von gut gelaunten Leuten, die vom Rehberge-Park oder vom Baden im Plötzensee zurück kommen. Zwei junge Frauen haben ihre schwarzen Haare zu einem riesigen Afro-Look auftoupiert. Eine trägt ein eidottergelbes Sommerkleid, die andere hat oben auf der Frisur noch mal zwei schwarze Kugeln. Sieht aus wie eine Micky-Maus.

Ich schaue ihnen hinterher und lache. „Warum lachst du?“ kommt es halb neugierig, halb anklagend von der Frau neben mir, die ihr buntes Kopftuch mehr wie eine Wahrsagerin trägt, nicht wie eine strenge Muslimin. „Hast du gesehen?“, antworte ich und deute auf die Gruppe mit den zwei Frauen, die inzwischen schon hinter dem orangen Kiosk an der Togostraße verschwinden. „Sieht aus wie eine Micky-Maus.“

Meine Nachbarin schaut angestrengt in die Richtung und sagt fröhlich: „Stimmt. Warum hast du mir nicht früher Bescheid gesagt, dann hätte ich mehr sehen können.“

Berliner Botanik

Ist eine Ärztin in meiner Leserschaft, oder wenigstens ein Botaniker? Bitte melden sie sich schnell. Es geht um Leben und Tod. Kalter Schweiß steht mir auf der Stirn und im Bauch ist mir blümerant.

Frau Doktor, nach einer harten Arbeitswoche ging ich Waldbaden. Soll man jetzt ja so machen. Ich ging also nur im Park so für mich hin, nach schmackhaften Früchten stand mir der Sinn. Ich kam an einem Baum, nein eher einem Strauch vorbei, der mich mit roten Beeren lockte. Sie müssen wissen, dass ich bei den Pfadfindern war und gelernt habe, im Wald Essbares zu finden. Bucheckern, Brombeeren, Blaubeeren, kaum gesehen wandert es in meinen Mund. Sogar Sauerampfer weiß ich im Sommer zu genießen. Meine Kinder denken, ich bin ein Pferd. Aber als Pfadfinder hab ich natürlich gelernt: Iss nie etwas, was du nicht kennst. Von Pilzen lasse ich die Finger. Von Vogelbeeren auch. Aber diese roten Dinger, sehen die nicht aus wie Kirschen? Oder sehen Kirschen nicht irgendwie anders aus? So mit Zacken an den Blättern?

Und ich weiß nicht wie’s passiert ist, schon hab ich so ein Ding im Mund. Nicht schlecht, ein bisschen sauer, Kern in der Mitte. Doch eine Kirsche? Aber ist die Kirschenzeit nicht schon vorbei? Wer weiß das heutzutage noch , wo es alles zu jeder Zeit im Supermarkt gibt? Das war doch jetzt nicht schlimm, oder? Ich meine, das ist doch ein öffentlicher Park, da darf doch gar nichts Giftiges wachsen. Da passt doch einer drauf auf, schon wegen der Kinder, so von Amts wegen? So richtig glaube ich das aber nicht mehr. Ehrlich gesagt, glaube ich, dass sich die Berliner Grünflächenämter in die ewigen Ferien verabschiedet haben, wenn ich so in die Botanik schaue und sehe wie alles zuwächst.

Jetzt weiß ich nicht was ich tun soll. Klatschnass bin ich, was nicht daran liegen kann dass es nach dem letzten Schauer im heißen Park dampft wie im Urwald und dass ich eine Jacke anhabe, weils ja eben noch geregnet hat. Um es kann auch nicht am Schwedenbecher liegen, den ich im Eiscafe mit extra Eierlikör bestellt habe. Ach sie wissen nicht was ein Schwedenbecher ist? Ist auch egal. Irgendwas stimmt nicht mit mir. Bitte melden Sie sich schnell….

Im Faradayschen Käfig

Die Stimmung war gut. Mein Bruder hatte uns mit seinem alten Mercedes zum Bahnhof gefahren, wir waren damit prima das Ahrtal hinunter gekommen, hatten meinen Jungs die verlassenen Weinberge gezeigt, die wir damals statt einer Rodelbahn hinuntergebrettert waren und hatten noch Zeit für einen Kaffee auf dem Bahnhofsvorplatz. Die Jungs bekamen ein Eis. Wir hatten ein paar Tage in einer Jugendherberge in meiner alten Heimat hinter uns und die Morgensonne schien freundlich und mild. „Ich könnt mir gut vorstellen hier als Rentner jeden Morgen meinen Kaffee zu trinken.“, schwärmte ich in neu erwachter Heimatliebe. „Es gibt schönere Orte auf der Welt.“, grinste mein Bruder, der die Welt gesehen hat und nun als abgemusteter Seebär seit ein paar Jahren versucht, unser kleines Elternhaus zu seiner neuen Heimat zu machen. Und er hatte Recht. Es war nicht nur die Schönheit des Augenblicks, die mich an den alten Ort fesselte, es war auch die Angst vor dem, was noch vor uns lag. Mein Bruder mag alle Stürme der sieben Weltmeere durchpflügt haben, ich dagegen wage immer wieder eine Fahrt von Bonn nach Berlin mit der Deutschen Bahn und zwei Kindern. Was sich harmlos anhört war in den vergangenen Jahren stets zum finalen Abenteuer unseres Urlaubs geworden. Und auch dieses Jahr sollte uns die Bahn nicht enttäuschen, nein sie sollte, das ahnte ich wohl, sich diesmal selbst übertreffen. Und was wir noch nicht wussten: Sie hatte sich dazu neue Verbündete gesucht.

Wie immer wiegte sie uns am Anfang in Sicherheit. Der ICE kam fast pünktlich, die Plätze waren reserviert und es sollte nur viereinhalb Stunden dauern. Wir saßen in einem „Sprinter“, das Flotteste, was die Bahn zu bieten hat. Und wir schafften es auch ohne Probleme bis nach Köln, sogar bis fast bis zum Hauptbahnhof, als es in einer Rechtskurve auf dem Dach schepperte. Wir standen schräg, rechts eine Schallschutzwand, links ein hoher Bahndamm und nichts ging mehr. Der schlaksige Zugführer, der die samtene rote Zugführerbinde lässig am nackten Unterarm trug, als sei sie nicht Zeichen seiner Herrschaft und Sorge über die Reisenden, sondern die Eintrittskarte zu einem Strandclub, lief ein paar mal schweigend an uns vorbei. Auch die Fahrgäste schwiegen und blickten vor allem in ihre Handys. Was muss in Deutschland passieren, damit die Menschen in einem Zug miteinander reden? Nach einer halben Stunde wurde ich aufgenommen in die Schicksalsgemeinschaft, die sich virtuell gebildet hatte. Ob ich den neusten Gossip hören wolle, fragte mich die Hochschwangere neben uns. Die Oberleitung sei gerissen und auf den Zug gefallen. Die ganze Außenhülle des Zuges stehe also unter Strom wie in einem Farradayschen Käfig. Keiner könne raus. Türen und Fenster dürfen nicht geöffnet werden. Gleichzeitig fehlte der Strom für die Klimaanlage. Wir waren gefangen. Durch eine dünne Glasscheibe vom blauen Himmel und der frischen Sommerluft getrennt. Als die Temperaturen stiegen, fragten meine Jungs mich, ob wir jetzt ersticken müssten. In meiner Not deutete ich auf die vielen kleinen Löcher in der Deckenverkleidung. Da käme die Luft raus, fabulierte ich und hoffte inständig, dass die Ingenieure bei Siemens an sowas wie eine Zwangsbelüftung gedacht hatten, die auch ohne Strom funktioniert. Sicher war ich mir nicht. Vielleicht war genau daran gespart worden. Als die Durchsage kam, dass das Bordbistro für umsonst Getränke ausgibt, wusste ich, dass die Lage ernst wurde. Ich schickte die Jungs Cola holen und sie kamen mit reicher Beute zurück. Ab da war ihr Sportsgeist geweckt. Nach zwei Stunden kam der Schaffner ins saunawarme Abteil mit der Nachricht, die Feuerwehr hätte eine Notrampe den steilen Bahndamm hoch gelegt. Aber nur für Leute, die körperlich fit seien, außerdem rutsche die Rampe, sodass nur noch wenige über sie gehen könnten. Titanicfeeling. Das letzte Rettungsboot hing schräg in den Seilen. „Das ist doch nicht steil, das schaffen wir locker.“, entschieden die Zwillinge für mich mit einem Blick aus dem Fenster. Ich ließ mich von ihrem Elan mitreißen. Das Glück ist mit den Tapferen. Alte Männer und Kinder zuerst. Wir verabschiedeten uns von der Schwangeren, der man einen Umstieg in einen anderen Zug versprach und enterten die wacklige Reeling, die von der Kölner Feuerwehr gesichert wurde. Viel Mut brauchte es tatsächlich nicht. Wie schön das Industriegebiet von Köln-Zollstock sein kann. Unter einer rostigen Brücke versammelten sich die Geretteten und sofort fing das Gezänk an. Der versprochene Bus kam nicht, ein paar Taxis waren heiß umkämpft, irgendwelche Zettel mussten ausgefüllt werden. Gezeter, wer zuerst da war und wer es am Nötigsten habe. Eine Feuerwehrfrau gab uns den Tipp, dass ein paar Hundert Meter weiter eine Straßenbahn Richtung Hauptbahnhof abfährt. Brauchten wir Fahrkarten? Blöde Frage. „Isch fahr schwatz mit der KVB, die Markfuffzich dät denen doch net weh…“ Das war „Zeltinger“, Kölscher Punk aus den Achzigern. Endlich war es soweit. Ein Jugendtraum erfüllt sich. Ein Alptraum auch. Denn die Bahn, die jetzt kommt, ist so alt wie der Song und in Köln fährt die Straßenbahn zum Dom unterirdisch. Kurz vor Neumarkt blieb sie mitten im Tunnel stehen. Mit Kölscher Gemütlichkeit erzählt der Fahrer uns Verlorenen, dass die Elektrik nicht funktioniert. Er werde jetzt mal alles ausschalten und hoffen, dass sie wieder anspringt. Es wurde dunkel und unheimlich still. Wir stehen in der Röhre, schwitzende Leiber aus dem ICE um uns, nur die Displays der Handys leuchten gespenstisch (meine Söhne behaupten später, viele hätten gelacht, als die Durchsage des Fahres kam). Beim nächsten Mal, gelobe ich in meinem Innern, werde ich ganz regulär eine Fahrkarte kaufen und im Dom eine Kerze anzünden für St. Christopherus, den Heiligen, der das Christuskind über einen reißenden Fluss trug…. Das Licht ging wieder an und die Bahn ruckelt weiter. Am nächsten Bahnhof brauchen die ächzenden Falttüren beim Öffnen einen Augenblick zu lange, um mein Vertrauen in die Technik wieder herzustellen. Panisch verlasse ich mit den Kindern den Zug, haste durch das mit stumpf schlurfenden Menschenleibern vollgestopfte Unterweltreich und treibe meine Jungs die nächste Treppe hoch. Endlich Licht! Luft!

„Ui jui jui!“ , scherzt der Schaffner, der im nächsten ICE eine Erklärung verlangt, warum wir seinen Zug benutzen, wie eine schlechte Horst Evers-Parodie, „Da haben sie ja ein kleines Abenteuer erlebt. Da können sie zu Hause ja was erzählen.“ Im Bordbistro gibt es für die Jungs ein Eis kostenlos. Das nächste Mal fahre ich mit dem Schiff.